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LRI Fakten

Informationen aus der Luft- und Raumfahrtindustrie (LRI)

November/Dezember 1996



USAir-Großauftrag beweist Wettbewerbsfähigkeit von Airbus

Einen außerordentlichen Erfolg hat das europäische Airbus-Konsortium mit seiner Standardrumpfflugzeug-Familie auf dem amerikanischen Markt erzielt. USAir und Airbus Industrie unterzeichneten eine Vereinbarung über den Kauf von 120 Flugzeugen der Typen A319, A320 und A321. Außerdem sind in der Vereinbarung weitere 120 mit einer Wiederbestätigungsklausel versehene Festbestellungen und Optionen für 160 Flugzeuge der gleichen Typen enthalten. Der bislang größte Einzelauftrag für Airbus gilt auch als einer der größten Flugzeugaufträge in der Geschichte der Luftfahrt. Voraussetzung für den Airbus-Erfolg auf dem hart umkämpften Flugzeugmarkt waren unter anderem auch die Anstrengungen der Daimler-Benz Aerospace, im Rahmen ihrer Wettbewerbsinitiative ihre zivilen Luftfahrtaktivitäten international effizient und konkurrenzfähig zu machen.


Bonn will 1997 Eurofighter-Serienvorbereitung beschließen

Nachdem sich die Spitzen der Bonner Koalitionsparteien grundsätzlich für die Beschaffung des Eurofighter ausgesprochen haben, soll im ersten Quartal des Jahres 1997 im Bundestag nun endgültig die deutsche Entscheidung über den Beginn der Serienvorbereitung getroffen werden. Dies hat Bundesverteidigungs-minister Volker Rühe in einem Gespräch mit der "Welt am Sonntag" bekräftigt. Es sei unbestritten, daß die Bundeswehr ab dem Jahr 2002 Ersatz für ihre Jagdflugzeuge benötige. Zu dem in quadronationaler Zusammenarbeit entwickelten Eurofighter gebe es sicherheitspolitisch keine Alternative, zumal dieses Flugzeug eine Basis der Hochtechnologie in Europa erhalte. Nach Großbritannien hatte Ende Oktober Spanien den Einsteig in die Serienproduktion beschlossen. Auch Italien will Anfang 1997 mit der Serienvorbereitung beginnen.


Deutsch-französischer Gipfel im Zeichen der Luft- und Raumfahrt

Neuen Schwung für die deutsch-französische Kooperation erhofft sich die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie vom Gipfeltreffen Bundeskanzler Kohls mit Präsident Chirac. Gesprächsthema dürfte u.a. der Fortgang des deutsch-französi-schen Satellitensystems zur strategischen Aufklärung sein. Bereits Ende August sind die Verhandlungen über eine Regierungsrahmenvereinbarung und eine Ressortvereinbarung für die Definitionsphase des optischen Satelliten Helios II abgeschlossen worden. Eine Ressortvereinbarung für die Phase A des Röntgensatelliten Horus soll ebenfalls unterschriftsreif sein. Auch bei den Hubschrauberprogrammen werden wichtige Weichenstellungen zu erwarten. Rüstungsstaatssekretär Simon hatte sich auf der BDLI-Mitgliederversammlung Mitte Oktober beim Unterstützungshubschrauber Tiger für "nur eine Endlinie in Deutschland" ausgesprochen. Beim Transporthubschrauber NH 90 sei "eine Beschränkung auf zwei Endmontagelinien in Deutschland und Italien" sinnvoll. Politische Unterstützung der Bundesregierung braucht auch der zivile Flugzeugbau in der Frage der Restrukturierung des Airbus-Konsortiums, auf die Deutsche und Briten drängen.


Luftfahrtforschungsprogramm bringt neue Arbeitsplätze

Eine positive Zwischenbilanz zieht der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) zur Halbzeit des seit Anfang 1995 laufenden Luftfahrtforschungs- und Technologieprogramms. "Für fast alle Unternehmen wird sich die Teilnahme am Luftfahrtforschungsprogramm durch eine Stärkung ihrer internationalen Wettbewerbsposition positiv auswirken", unterstrich BDLI-Präsident Dr. Manfred Bischoff. Das Programm hat in den über 40 beteiligten Unternehmen auch zu zusätzlicher Beschäftigung geführt. Eine BDLI-Umfrage ergab, daß in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen vor allem der Ausrüstungs und der Triebwerksindustrie über 100 neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen wurden.


Airbus-Megaliner soll mit Rolls-Royce-Triebwerken fliegen

Um Fluggesellschaften bereits zum jetzigen Zeitpunkt detaillierte Leistungsangebote des künftigen Megaliners A3XX unterbreiten zu können, hat Airbus Industrie mit dem britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce eine Vereinbarung über die Ausrüstung des Flugzeugs mit Triebwerken vom neuen Typ Trent 900 getroffen. Für die A3XX sollen später aber auch Triebwerke von GE und Pratt & Whitney zur Wahl stehen. Airbus hat sich zum Ziel gesetzt, ein Flugzeug zu entwickeln, dessen Betriebskosten um mindestens 15 Prozent unter denen der weiterentwickelten Boeing 747 liegen. Die ersten Flugzeuge sollen 2003 in den Liniendienst gestellt werden. Das europäische Konsortium rechnet bis zum Jahr 2014 mit einem Bedarf von 1.380 Flugzeugen mit über 500 Sitzen im Gesamtwert von 280 Milliarden US-Dollar. Zur Zeit sind zwei Versionen des Megaliners vorgesehen: die A3XX-100 und die A3XX-200 für 555 bzw. 656 Passagiere.


Dresden: Erster Airbus-Frachter an FedEx ausgeliefert

Termingerecht wurde am 25. November 1996 der erste von den Elbe Flugzeugwerken in Dresden zu einem Frachter umgerüstete Airbus A310-200F an die US-Luftfrachtgesellschaft Federal Express übergeben. Die Maschine, die seit 1983 bei KLM im Liniendienst stand, ist der 28. von der Daimler-Benz Aerospace Air-bus für die US-Luftfrachtgesellschaft umgerüstete Airbus A310. Zur Stärkung ei-nes Standortes in den Neuen Bundesländern war im April 1996 beschlossen wor-den, die Umrüstung der Frachter von Hamburg nach Dresden zu verlegen. Für die nächsten 15 Jahre besteht im Bereich der Umrüstungen ein Markt für bis zu 200 Flugzeuge. Das Luftfrachtaufkommen soll jährlich um sieben Prozent wachsen.


Bayerns Polizei fliegt mit Eurocopter EC 135 in die Zukunft

Insgesamt neun Hubschrauber vom Typ EC 135 für die Polizeihubschrauberstaffel Bayern hat das bayerische Innenministerium bei dem deutsch-französischen Hubschrauberhersteller Eurocopter bestellt. Die zweimotorigen Leichthubschrauber, die erst im Juni ihre Musterzulassung erhielten, werden zwischen Ende 1997 und Mitte 1998 die älteren Modelle BO 105 und BK 117 ablösen. Der Auftrag hat eine maßgebliche Signalfunktion für weitere Aufträge. Aufgrund der steigenden Nachfrage auf dem Weltmarkt wird Eurocopter am Standort Donauwörth die Produktionsrate von jährlich 20 auf 30 EC 135 erhöhen.


50 Jahre Berliner Luftbrücke auf der ILA '98

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA hat die besten Voraussetzungen, ihr im weltweiten Wettbewerb einzigartiges Wachstum auch im Jahr 1998 weiter fortzusetzen. Nur sechs Monate nach der diesjährigen ILA zeichnet sich klar ab, daß zahlreiche Unternehmen aus den USA sowie Mittel- und Osteuropa, aber insbesondere auch die aufstrebenden Luft- und Raumfahrtindustrien Asiens, den Marktplatz ILA künftig noch intensiver nutzen wollen, als dies bereits 1996 der Fall war. Die ILA '98 wird im Zeichen des 50jährigen Jubiläums der alliierten Luftbrücke nach Berlin stehen - ein historischer Jahrestag, der wie noch nie eine Vielzahl amerikanischer Unternehmen auf die ILA ziehen wird.


Kurz berichtet: Nachrichten aus Luft- und Raumfahrt

Europäische Rüstungsagentur gegründet: Die deutsch-französisch-britisch-italienische Rüstungsagentur, die weiteren Partnern offen steht, soll durch ein gemeinsames Management bei Rüstungsprojekten Kosten sparen. Die Agentur mit Sitz in Bonn soll ihre Aufträge vorrangig an europäische Hersteller vergeben.
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Rückschlag für McDonnell Douglas: Das Unternehmen, das auch im zivilen Flugzeugbau zu kämpfen hat, ist aus dem Wettbewerb um die lukrative Entwicklung der nächsten Generation von US-Kampfflugzeugen ausgeschieden. Im Auf-trag des Pentagon werden nun Boeing und Lockheed Martin Prototypen bauen.
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STN Atlas Elektronik verkauft: British Aerospace (49 %), Rheinmetall (26 %) und Badenwerk (25 %) übernehmen für 550 Mio. DM den renommierten Hersteller von Heeres- und Marineelektronik sowie Drohnen. STN hatte 1995 bei einem Umsatz von 1,45 Mrd. DM einen Gewinn von 32,2 Mio. DM erzielt.
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Mars '96-Mission gescheitert: Nachdem die vierte Stufe der russischen Proton-Rakete versagte, stürzte die Marssonde nach wenigen Stunden in den Südpazifik. Auch für Deutschland, das an dem 2 Mrd. DM teuren Projekt von 14 Nationen mit 250 Mio. DM beteiligt war, ist der Verlust der Sonde ein schwerer Rückschlag.
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ASTRO-SPAS erfolgreich: Der wiederverwendbare deutsche Wissenschaftssatellit ist zum dritten Mal vom amerikanischen Space Shuttle im All ausgesetzt worden. Den Bau des Satelliten und die Missionsdurchführung verantwortete Dornier Satellitensysteme, Kayser-Threde entwickelte das UV-Weltraumteleskop ORFEUS.
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Asiatischer Regionaljet gewinnt Schub: BMW Rolls-Royce hat mit der Aviation Industries of China (AVIC) eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart. Der deutsche Triebwerkshersteller arbeitet bereits an einem Triebwerk aus der BR700-Familie, das den unter chinesischer Führung geplanten AE100 antreiben könnte.
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Airlines mit Rekordgewinnen: Die 254 in der IATA zusammengeschlossenen Fluggesellschaften erwarten für 1996 einen Rekordgewinn von 5,5 Mrd. US-Dollar. Von 1990 bis 1993 hatten die Fluggesellschaften weltweit Verluste von insgesamt 15,6 Mrd. US-Dollar eingeflogen.


Zitat des Monats

Die Erfolge des Luftfahrtforschungsprogramms machen deutlich, daß Deutschland - entsprechende Rahmenbedingungen vorausgesetzt - ein attraktiver und leistungsfähiger Standort für industrielle Forschung in Hochtechnologiebereichen ist.
BDLI-Präsident Dr. Manfred Bischoff
am 27. November 1996
zur Zwischenbilanz des von Industrie und Bundesregierung getragenen Luftfahrt-forschungs- und Technologieprogramms


"LRI Fakten" wird monatlich von der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BDLI herausgegeben. V.i.S.d.P.: Michael K.E. Hauger. Redaktionsschluß dieser Ausgabe (II. Jahrgang, Nr. 11/12): 28.11.96. - Nähere Informationen zu den Themen dieser Ausgabe stellt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BDLI, Fax: (02 28) 8 49 07-35, gerne zur Verfügung.



Die BDLI-Fakten vom September/Oktober sind nach wie vor verfügbar!


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Last updated December 10, 1996