F R 1 - 7 5 |
Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Profile | Datafiles | FR 1/75 ROLL-OUT DER ROCKWELL B-1Das fortschrittIichste Flugzeug der Welt, der strategische Schwenkflügelbomber Rockwell International B-1, hatte am 26. Oktober 1974 im Werk Palmdale, Kalifornien, seinen Roll-out. Die B-1 soll in den 80er Jahren die total veralteten B-52 des Strategic Alr Command ablösen. Sicherlich haben viele Piloten und Besatzungen des Strategic Air Command der US Air Force aufgeatmet, als die Nachricht vom Roll-out des neuen strategischen Überschall -Bombers Rockwell B-1 sie erreichte. Zu lang schon mußten sie sich mit der veralteten Boeing B-52 Stratofortress abmühen, die seit Mitte 1955 (!) im Einsatz steht. Seit die Einsatzpläne der B-52 vorsehen, den Bombenwurf in extrem niedrigen Höhen durchzuführen, fallen die vierstrahligen Bomber buchstäblich auseinander. Die B-52 sind hoffnungslos veraltet, sind von Aerodynamik, Strategie und Technik seit langem überflügelt worden. Die neue B-1 - Experten beurteilen sie als das derzeit fortschrittlichste Flugzeug der Welt überhaupt - ist dagegen von vornherein auf das Einsatzkonzept des Tiefangriffs ausgelegt, bei Geschwindigkeiten, die nahe an der Schallgrenze liegen. Der Roll-out der B-1 ist ein bedeutender Meilenstein innerhalb des mehr als vier Jahre dauernden Entwicklungsprogramms der Maschine. Dieses Programm sieht den Erstflug der B-1, die mit vier Zweikreistriebwerken des Typs General Electric F101-GE-100 ausgerüstet ist, noch im Dezember dieses Jahres vor. (Wahrscheinlich ist er, wenn diese Ausgabe im Handel ist, bereits erfolgt. Wir werden darüber im nächsten erreichbaren Heft ausführlich berichten.) Aufmerksame Beobachter auf der Roll-out-Veranstaltung im Werk Palmdale konnten bereits einige Besonderheiten des B-1-Entwurfs feststellen. Die vier General Electric-Triebwerke sind demnach in zwei Doppel-Gondeln zusammengefaßt. Auffallend dabei ist die Tatsache, daß die Rampen der Triebwerkeinläufe variabler Geometrie in horizontaler Richtung verstellt werden und nicht wie bei den Olympus-Triebwerken der Concorde in Vertikalrichtung. Auf dem Rumpfvordertell befinden sich zwei kleine, nach unten gewinkelte Flächen, die zur Dämpfung der im Tiefflug auftretenden Böenbelastung verwendet werden. Die Betätigung dieser zum sogenannten LARC-System gehörenden Flächen (LARC = Low Altitude Ride Control) erfolgt hydraulisch. Zusammen mit einem Gierdämpfer, der die Horizontalbeschleunigungen reduzieren soll, kann die B-1 so den in Bodennähe auftretenden Böenbelastungen wirkungsvoll begegnen und den schallnahen Terrainfolgeflug ohne Schwierigkeiten durchführen. Am Prototyp Nr. 1, der in Palmdale zu sehen war, war noch das als unabhängiges Rettungssystem ausgebildete Cockpit eingebaut, das im Notfall vom Rumpf abgetrennt werden kann und an drei Bergungsfallschirmen zu Boden gelangen soll. Die Serienmaschinen der B-1 sollen jedoch - wahrscheinlich aus Kostengründen - mit normalen Schleudersitzen ausgerüstet werden. Der Tragflügel der B-1 ist schwenkbar ausgelegt - auffallend die große Zahl von Kunststofftellen am Übergang von Innen- und Außenflügel. Der nach der Flächenregel ausgelegte Rumpf, der eine Länge von 43,80 m hat, besitzt an seiner Spitze ein Radom, in dem das Radargerät untergebracht ist. Wie man weiß, wurde diese Radaranlage aus jener der FB-111 weiterentwickelt, wobei aber der Schwenkwinkel von 45 Grad auf 60 Grad vergrößert wurde. Das Fahrwerk der B-1 besteht aus der hydraulisch nach vorn einziehbaren Bugeinheit mit Doppelbereifung und zwei verhältnismäßig hochbeinigen Haupteinheiten, die jeweils vierfach bereift sind und nach innen in das Rumpfmittelteil eingefahren werden. Der Waffenschacht kann bis zu 32 SRAM-Lenkwaffen aufnehmen (SRAM = Short Range Attack Misslie = Angriffs-Lenkwaffe geringer Reichweite), eine von Boeing entwickelte Lenkwaffe, die praktisch in allen Richtungen angreifen kann - selbst entgegengesetzt zur eigenen Flugrichtung. Der Prototyp Nr. 1 der B-1 soll, so war in Palmdale zu erfahren, ungefähr ein Jahr lang in das Flugerprobungsprogramm eingeschaltet werden. Zu diesem Zweck wird er mit einer aufwendigen Testgeräte-Nutzlast beladen werden. Übrigens: Was die Nutzlastkapazität des neuen strategischen Bombers der US Air Force angeht, so ist sie doppelt so groß wie bei der B-52, obwohl die B-1 nur 2/3 der Abmessungen aufweist wie ihr Vorgängermuster.
Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Profile | Datafiles | FR 1/75 Copyright 1975/2000 by Motor-Presse Stuttgart. All rights reserved. Last updated 5. January 2000 FLUG REVUE, Ubierstr. 83, 53173 Bonn, Germany |