F R 1 2 - 7 5 |
Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 12/75 VENERA 9 UND 10: ERSTE FOTOSEinen vollen Erfolg erzielte die UdSSR mit ihrem diesjährigen Raumfahrtunternehmen Venera 9 und 10. Beide unbemannte Flugkörper erreichten Ende Oktober 1975 den inneren Erdnachbarplaneten Venus. Zwei Tage vor der Ankunft am Himmelskörper trennte sich jede der beiden Maschinen in zwei Komponenten: in einen Satelliten- und in einen Landeteil. Letzterer flog anschließend der Venusoberfläche entgegen und trat unter einem Winkel von 20 Grad mit 10,7 km/sec in die Planetenatmosphäre ein. Es folgte eine erste aerodynamische Bremsphase, danach ein Fallschirmabstieg und ab 58 km Höhe eine weitere aerodynamische Abbremsung. Die weiche Landung auf dem Planeten erfolgte bei Venera 9 am 22. Oktober um 9.13 Uhr GMT; bei Venera 10 am 25. Oktober um 5.17 Uhr GMT. Letzteres Gerät setzte in einem Gebiet am Venusäquator auf. Die Entfernung zwischen beiden Landepunkten beträgt etwa 2200 km. Etwa zur gleichen Zeit zündete jeder der beiden Resttelle in Venusnähe sein Haupttriebwerk für einen Bremsimpuls. Dadurch flogen beide Flugkörper in eine Umlaufbahn um den Himmelskörper ein. Venera 9 und 10 sind damit die ersten Satelliten der Venus. Ihre maximale Distanz zur Oberfläche beträgt ca. 1500 km, die Umlaufzeit 48 Stunden. Beide Satelliten fungierten zunächst als Relaisstationen für die Datenübermittlung von den Landeeinheiten zur Erde. Das Forschungsprogramm der Landeeinheiten umfaßte neben Temperatur-, Druck-, Bodendichte-, Helligkeits- u. a. Messungen vor allem Fotoaufnahmen. Die übermittelten 140 bis 160 Grad Panoramaaufnahmen sind die ersten Bilder von der Planetenoberfläche in der Geschichte. Sie zeigen eine mit Steinen bzw. Felsgesteinplatten durchsetzte Venuslandschaft, außerdem deutliche Licht-Schatten-Kontraste und den Venushorizont. Dieses unerwartete Ergebnis führte mittlerweile zu einer Revolution in der Venusforschung. Die Meßdauer an der Planetenoberfläche betrug bei Venera 9 53 min und 65 min bei Venera 10. Beim Landeanflug in der Atmosphäre führten beide Geräte 120 bzw. 75 min lang verschiedene Messungen durch. Das ergibt für beide Landeeinheiten eine Gesamtdauer an Datenübermittlung von 313 min oder 5 Stunden 13 min. Weiter funktionstüchtig sind die beiden Satellitenteile. Sie funken u. a. Fotoaufnahmen von der Oberseite der Venuswolkendecke zur Erde.
Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 12/75 Copyright 1975/2000 by Motor-Presse Stuttgart. All rights reserved. Last updated 4 December 2000 FLUG REVUE, Ubierstr. 83, 53173 Bonn, Germany |