F R 1 2 - 7 5 |
Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 12/75 P-400 TURBO-EQUATOREines der interessantesten Flugzeuge im Bereich der Allgemeinen Luftfahrt ist die von Günter Pöschel entwickelte P-300 Equator (siehe FR 11/71), die seit 1971 in Flugerprobung steht. Schon damals war auch eine PTL-Version geplant, die Turbo-Equator P-400, die nun kurz vor der Fertigstellung steht. In der Branche hatte Pöschel mit dem Konzept seiner P-300 Equator einiges Aufsehen erregt, denn er verwirklichte eine Reihe von ungewöhnlichen Ideen. Abgesehen von der GFK-Bauweise - die P-300 ist das bisher größte in Kunststoff hergestellte Flugzeug - ist es vor allem die Antriebsanlage, die von allen gewohnten Vorstellungen abweicht. Der 290 PS Lycoming IO-540 ist hinter der Kabine im Rumpf installiert und treibt über eine Fernwellenanlage die hoch am Seitenleitwerk sitzende Luftschraube an. Damit erzielt man nicht nur eine völlig störungsfreie Strömung um die Zelle, sondern wegen des frei arbeitenden Propellers auch eine sehr gute Schubleistung. Weitere Vorteile dieses Konzeptes sind u. a. die hervorragende Sicht aus der Kabine, Vermeidung von Steinschlag am Propeller, ausgezeichnete STOL-Eigenschaften und geringe Lärmentwicklung. Ganz wesentlich ist aber darüber hinaus die Auslegung als Amphibium, die durch den ohnehin dichten GFK-Rumpf und den völlig spritzwasserfreien Antrieb optimal zu realisieren ist. Die P-300 Equator führte mit Testpilot Dieter Thomas am 27. Februar 1971 auf dem Flugplatz Laupheim ihren Erstflug durch. Im Laufe der letzten Jahre wurde die Maschine einer ausgedehnten Erprobung unterzogen - z. T. bei der DFVLR in Oberpfaffenhofen -, in deren Verlauf einige Änderungen durchgeführt wurden. Äußerlich erkennbar ist die Vergrößerung des Seitenleitwerks, die eine verbesserte Stabilität um die Hochachse brachte. Die ursprünglich vorgesehene Spoiler-Quersteuerung wurde umgebaut in eine konventionelle Querruder-Anlage. Inzwischen wurde die ganze Zelle neu gestaltet und man bearbeitet nun mit Vorrang die PTL-Version P-400 Turbo-Equator, die kurz vor der Fertigstellung steht. Die Antriebsanlage unterscheidet sich von der in der P-300 vor allem dadurch, daß di e Turbine, eine 420 PS Allison 250 B17B, wegen ihres geringen Gewichtes direkt im Leitwerk installiert werden konnte, so daß keinerlei Fernantrieb nötig ist. DerRumpf ist wesentlich geräumiger geworden und hat einen nahezu kreisförmigen Querschnitt. Hinter den beiden Pilotensitzen finden zwei Dreier-Sitzreihen Platz, wobei dahinter noch sehr viel Stauraum zur Verfügung steht, da der Rumpf der P-400 völlig frei von Einbauten ist. Die Stabilität auf demWasserwird nicht durch Stützschwimmer, sondern durch Flossenstummel gewährleistet, die auch zur Aufnahme der einziehbaren Hauptfahrwerksräder dienen. Sehr interessante Details bietet auch die neue Flügelauslegung. Die über die ganze Spannweite reichenden Doppelspaltklappen fahren weit nach hinten aus und vergrößern die Flügelfläche um 24 Prozent. Der Winkelausschlag dagegen ist relativ gering, so daß die ses Klappensystem hauptsächlich auftriebsvergrößernd ohne nennenswerten Widerstands-Zuwachs wirkt. Die im Landeanflug nötige Widerstandsvariation zur Gleitwinkelsteuerung kann nämlich voll von der Propellerverstellung (ß-Control) übernommen werden. Zur Steuerung um die Längsachse dient der hintere Teil der Doppelspaltklappen, die, als "Flaperons" bezeichnet, wie Querruder differenziert ausgeschlagen werden können. Im Prototypen der P-400 werden die Klappen noch elektrisch gefahren, während in der Serie, wie beim Fahrwerk, eine hydraulische Betätigung vorgesehen ist. Auch P-300 mit neuer Zelle Neben dieser im Programm zeitlich vorgezogenen PTL-Version P-400 wird aber auch die Kolbenmotorausführung P-300 mit dem inzwischen im Erprobungsträger bewährten Fernantrieb weiter verfolgt. Dabei wird in die neuentwickelte Zelle ein modernes 320 PS-Kolbentriebwerk mit Abgasturbolader eingebaut. Äußerlich unterscheidet sich die P-400 praktisch nur durch die Dreiblattschraube und das etwas größere Einbauvolumen der Turbine von der P-300, die eine Zweiblattschraube und wegen des Fernantriebs nur den geringen Durchmesser der Propellernabe im Leitwerk aufweist. Beide Versionen haben Druckkabine.
Der Prototyp der P-400 wird im Frühjahr 1976 seinen Erstflug durchführen, wobei die Maschine nach den ersten Flügen bereits zum Bodensee überführt werden soll, um am schweizerischen Ufer, bei FFA in Altenrhein (die früheren Dornier-Anlagen) die Wassererprobung aufzunehmen. Die Zulassung hofft man Ende 1976 zu erhalten, so daß ab Anfang 1977 die Serienfertigung aufgenommen werden kann. Die Kolbenmotor-Version P-300 soll im Abstand von etwa einem Jahrfolgen. Als Preise werden für die P-300 DM 430 000,und für die P-400 DM 540 000 genannt (jeweils Kostenstand 1977). Organisatorisch sieht das Unternehmen folgendermaßen aus: 1974 war die Equator Aircraft GmbH gegründet worden, die die von Günter Pöschel und seiner Pöschel Aircraft GmbH erarbeitete Flugzeugentwicklung einschließlich des Forschungs- und Entwicklungstriebes übernahm. Da die eigene Kapazität voll ausgelastet ist, sind noch andere Betriebe als Zulieferer in die Entwicklung mit einbezogen, so ist z. B. der Firma MBB in Laupheim der Auftrag über die großflächigen Rumpf- und Flügelteile und die Endmontage der Prototypen erteilt worden. Wegen des großen Interesses auf dem Weltmarkt (bisher 43 Optionen) rechnet man schon für 1977 mit einem ausgeglichenen Ergebnis. P. Pletschacher Technische Daten P-400 Turbo-Equator
Triebwerk: Detroit Diesel Allison 250 Turboprop B 17 B
Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 12/75 Copyright 1975/2000 by Motor-Presse Stuttgart. All rights reserved. Last updated 4 December 2000 FLUG REVUE, Ubierstr. 83, 53173 Bonn, Germany |