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KRIEG GEGEN DEN WESTEN

Dies ist Teil 3 unserer militärpolitischen Artikelserie. Teil 1 erschien in Ausgabe 9/75, Teil 2 findet sich in Ausgabe 11/75. Ein bedeutender britischer Militär-Kommentator kommt zu Wort: Air-Vice Marshal Menaul, ein unter Rüstungs-Experten bestens bekannter Mann. Der Autor zieht die Bilanz aus dem militärischen Stärkevergleich zwischen NATO und Warschauer Pakt, den wir bereits in den ersten beiden Teilen geführt haben. Der Osten ist bereits heute auf jede Eventualität vorbereitet. Für den Westen gilt es, die rüstungspolitische Lethargie schnellstens zu überwinden.

Es tritt immer klarer zutage: Das Gesamtmaß kommunistischen Druckes und Moskauer Propaganda richtet sich jetzt gegen den Westen. Obwohl die Aussichten auf einen Schießkrieg in Europa noch immer in weiter Ferne liegen, sind die Streitkräfte des Warschauer Paktes auf jede Eventualität vorbereitet, dafür ausgerüstet und auch ausgebildet. Sie sind der Meinung, Krieg sei nach wie vor der letzte Akt im Änderungsprozeß der politischen und wirtschaftlichen Systeme der europäischen Demokratien.

Gleichzeitig gibt es beunruhigende Anzeichen dafür, daß es dem Westen an Selbstvertrauen und am Willen, der Realität ins Auge zu blicken, mangelt: Er ist in einen lethargieartigen Zustand abgesunken, der das Ergebnis eines mehr als 25 Jahre währenden Friedens ist, aber auch - in den letzten Monaten - das Resultat einer wachsenden Entspannungs-Euphorie,die eine auch nur oberflächliche Überprüfung der Ergebnisse von SALT 1, von CSCE und der Erklärung der Konferenz von Helsinki eigentlich endgültig in alle Winde zerstreut haben sollte.

Diese Haltung des Westens trägt lediglich dazu bei die Wirksamkeit des sowjetischen Druckes gegen die NATO und gegen die europäische Gemeinschaft zu erhöhen. Es besteht wachsender Grund zu der Annahme, daß die Sowjetunion Aufmarschpläne für Rumänien und Jugoslawien hegt, die ihr in Verbindung mit der instabilen Lage in Griechenland, der Türkei, Spanien und Portugal jederzeit einen Vorwand zur Erhöhung des Druckes und zur Verwirklichung ihrer Ziele in Westeuropa liefern könnten. Natürlich wird die UdSSR dabei die Reaktion Chinas auf diese Schachzüge in ihre Überlegungen einbeziehen müssen.

Wie würde aber der Westen auf offenkundigeren Druck reagieren? Ist die NATO gegenwärtig gut genug gerüstet, um die Sowjetunion von abenteuerlichen Unternehmungen in Europa abzuhalten, und - wenn diese Abschreckung fehlt -ist der politische Wille und sind die militärischen Mittel vorhanden, einen Einfall des Warschauer Paktes in Westeuropa zu stoppen?

Viel von dem, was von Kommentatoren der gegenwärtigen politisch-militärischen Szene über die sowjetischen Absichten geschrieben wird, ist notwendigerweise zum Teil aus der Geschichte, zum Teil aus Mutmaßungen abgeleitet. Aber allzuoft gehen jene, die sich der schwierigen Aufgabe der Einschätzung der sowjetischen Intentionen unterziehen, von der irrigen Annahme aus, sowjetisches Denken und sowjetische logische Schlußfolgerungen seien den im Westen gebräuchlichen Denkprozessen ähnlich. Militär-Analytiker begehen oft den gleichen Fehler, wenn sie den Versuch unternehmen, sowjetische Doktrin und sowjetische strategische und taktische Konzepte mit dem gleichzusetzen, was sie in der westlichen Allianz ablaufen sehen.

Aus dem Unvermögen, die Unterschiede zwischen Ost und West in den Denkprozessen und Methoden des Anpackens politischmilitärischer Probleme zu erkennen, können deshalb total irreführende Eindrücke resultieren. Und dies trotz der Tatsache, daß es eine erkennbare und unbestreitbare Verbindung zwischen Doktrin, Strategie und Waffensystemen gibt: Die Sowjetunion entwickelt nur Waffensysteme, für die auch eine klare militärische Anwendungsmöglichkeit existiert. Viele dieser Unterschiede können ganz eindeutig identifiziert werden, wenn man die Schriften sowjetischer Militärstrategen studiert, die in den letzten Jahren zunehmend im Westen erhältlich werden.

Die United States Air Force hat zum Studium sowjetischer Militärdoktrin einen bedeutenden Beitrag geleistet - durch die Übersetzung und Veröffentlichung der Werke so bedeutender sowjetischer Autoren wie beispielsweise Oberst A.A.Sidorenko ("The Offensive") und Oberst V. Savkin ("The Basic Principles of Operational Art and Tactics"). Dazu zählt auch das Werk "Marxism-Leninism on War and Army", das - mit beeindruckenden Empfehlungsschreiben versehen - von einer sowjetischen Autorengruppe verfaßt wurde.

Diese und andere Werke vermitteln wichtige Einsichten in die militärische Doktrin, in Strategie und Taktik der Sowjetunion. Sie enthüllen, auf welche Weise politische, wirtschaftliche und militärische Strategien koordiniert werden, geben Aufschluß über die Rolle der Streitkräfte in Krieg und Frieden und über dieWechselbezi ehung zwischen der sich entwickelndenTechnologie und jenen Entscheidungen, die Einfluß auf die Größe und Ausrüstung der sowjetischen Streitkräfte haben. Und schließlich lassen sie Schlüsse zu, wie - in den Augen sowjetischer Experten - ein Krieg in Europa wahrscheinlich geführt werden wird und warum die Sowjets glauben, daß sie sogar einen Nuklearkrieg gewinnen könnten. Und das, obwohl sie alle Eventualitäten einplanen. Vor allem aber offenbaren sie den Einfluß des Marxismus-Leninismus darauf, wie man in der Sowjetunion an politisches und militärisches Denken herangeht.

Zur Zeit - angesichts der strategischen nuklearen Gleichheit scheint sich der Schwerpunkt des militärischen Denkens verschoben zu haben: Vom Konzept eines bis zur völligen Erschöpfung geführten konventionellen und eines taktischen nuklearen Blitzkrieges in Europa (der an die Stelle der älteren Doktrin des massiven strategischen nuklearen Schlagabtausches trat) hin zur Alternative rein konventioneller Operationen, bei denen der Warschauer Pakt nachweislich im Vorteil ist. Es gibt heute keine erkennbare Abweichung zwischen den erklärten sowjetischen Absichten und den Möglichkeiten, sie durchzuführen - im Gegenteil, sie ergänzen sich voll und ganz. Die enorme Aufrüstung an konventionellen und taktischen nuklearen Streitkräften des Warschauer Paktes und parallel dazu das Erreichen der strategischen nuklearen Parität zwischen den USA und der UdSSR, für die die Sowjets in der vergangenen Dekade große wirtschaftliche Opfer gebracht haben, kann ohne weiteres verstanden werden, wenn man auf Marschall Sokolovskis Buch "Military Strategy'' verweist, das erstmals 1962 erschien und jetzt in der dritten Auflage ist, oder auf die jüngeren Schriften anderer sowjetischer Strategen.

1962 - das war das Jahr des Kuba-Konflikts und die Zeit einer geradezu überwältigenden US-Vorherrschaft an strategischen Nuklearraketen und Flugzeugen. Die Kombination eines drohenden strategischen Nuklear-Angriffs der USA mit der Intervention mächtiger konventioneller US-Marinestreitkräfte im karibischen Raum verhinderte, daß Kuba zu einem sowjetischen Raketen-Stützpunkt wurde, der direkt das Herz der USA bedrohte. Und sie brachte Chruschtschow dazu, sich von der Schwelle zum dritten Weltkrieg wieder zurückzuziehen.

Das Fehlschlagen dieses Unternehmens zwang die Sowjets zu einer massiven militärischen Aufrüstung, die alle Waffengattungen umfaßte - Land, See und Luft. Den "strategischen Raketen-Streitkräften" wurde dabei höchste Priorität beigemessen. Heute ist die sowjetische ICBM-Streitmacht möglicherweise leistungsfähiger als alle strategischen Raketen-Streitkräfte des Westens zusammengenommen.

Die rein defensive Strategie, in deren Rahmen der Verteidigung des sowjetischen Mutterlandes die Schlüsselrolle zukam und die sorgfältige Zivilverteidigungs-Vorkehrungen beinhaltete, die übrigens immer noch die wirkungsvollsten der Welt sind, hat einer Strategie Platz gemacht, in der eine klar erkennbare Offensiv-Fähigkeit enthalten ist. Diese ist - in den von der Sowjetunion und vom Warschauer Pakt aufgestellten Streitkräften (dazu zählen auch die sowjetischen Marinekräfte) - sowohl nuklear als auch konventionell.

Die Frage, die immer wieder gestellt wird, lautet: Warum steigert die Sowjetunion fortwährend die Stärke, warum verbessert sie laufend die Qualität ihrer konventionellen Streitkräfte? Diese gehen ja ohnehin schon bei weitem über das hinaus, was zur Wahrung ihres östlichen kommunistischen Imperiums oder für die Verteidigung gegen einen Überfall des Westens notwendig ist, der - wie die UdSSR jetzt eindeutig einräumt -ohnehin nicht vorgetragen wird. Jedwede Befürchtung, die die UdSSR gehegt haben mag, muß in Helsinki ausgeräumt worden sein: Der Westen hat ja eine sowjetische Hegemonie über die östlichen Territorien akzeptiert.

Die Streitkräfte des Warschauer Paktes sind, so scheint es, als Hintergrund gedacht, vor dem die Sowjetunion die kurz- und langfristigen Ziele des Marxismus-Leninismus mit allen Mitteln - mit Ausnahme des Krieges - zu verfolgen entschlossen ist. Aber sollte der Kriegsfall eintreten, so ist es der Plan der Sowjetunion, über ein Übergewicht an militärischer Macht zu verfügen und auf jede Eventualität - einschließlich der eines weiten Bereichs von Auswegmöglichkeiten - vorbereitetzu sein.

Die Entspannung wird allzuoft als ein Mittel angewandt, den sowjetischen Einflußbereich auszudehnen, wo immer sich dafür eine Chance bietet. CSCE, MFR und die Vorschläge der Vereinten Nationen in Sachen Rüstungseinschränkungen und Nuklear-Testverbote sind wenig mehr als Propagandamanöver, von denen die Sowjetunion weitere Zugeständnisse des Westens abzuleiten hofft, während sie selbst ihre aggressive wirtschaftliche, politische und psychologische Politik weltweit vorantreibt. Die Erklärung Breschnews während des Besuchs des französischen Ministerpräsidenten Giscard d'Estaing in Moskau im Oktober vergangenen Jahres, daß "Entspannung nicht das Ende des ideologischen Kampfes bedeutet", war eine barsche Warnung vor künftigen sowjetischen Absichten.

Die Sowjetunion läßt sich nicht auf "Diskussionen" oder "Gespräche" ein. Nein, sie verhandelt, und sie verhandelt immer mit dem Ziel, in der Förderung sowjetischer Interessen Vorteile zu erreichen. SALT 1 war dafür ein typisches Beispiel. Die Unterwanderung westlicher Demokratien durch subversive Elemente hat in letzter Zeit zugenommen. Viele - wenn auch bei weitem nicht alle - Aktionen leiten sich direkt aus Moskau her, und jene Aktivitäten, die die demokratischen Regierungssysteme zu unterminieren suchen, bekommen durch die Tätigkeit - oder besser gesagt Untätigkeit - der Westmächte selbst Aufwind '

Die Verwirrung an der Südflanke derNATO kann zwar nicht kommunistischer Subversion zugeschrieben werden, aber doch in großem Maß der Inkompetenz und Hilflosigkeit westlicher Regierungen. Die Kluft zwischen der Türkei und Griechenland ist das direkte Ergebnis des Zypern-Fiaskos und des Scheiterns der Bemühungen der britischen Regierung, als dritter Bürge für die Unabhängigkeit Zyperns zur Zeit des Sturzes von Makarios die geeigneten Schritte zu unternehmen. Die Invasion Zyperns durch die Türkei brachte Griechenland zum Austritt aus der militärischen Organisation der NATO, während die Weigerung der USA, an die Türkei Waffen für die Neuausstattung und Modernisierung ihrer Streitkräfte zu liefern, dazu führte, daß die Türkei die Einsatzstützpunkte der USA schloß - einschließlich der Geheimdienst-Organisationen.

Am anderen Ende des Mittelmeers befindet sich Portugal im Kampf gegen eine kommunistische Übernahme, die die NATO weiter schwächen und spalten würde, während die Sowjetunion ihren Einfluß und ihre Marineeinsatzstärke im Mittelmeer durch den Aufbau von Marine- und Luftwaffeneinrichtungen in Libyen verstärkt. Zu all dem kommt noch das wirtschaftliche Schreckgespenst, dem sich eine Anzahl europäischer NATO-Staaten, vor allem aber Großbritannien, ausgesetzt fühlen. Dieses Land, aber auch alle anderen europäischen Länder, wurden durch die Anwendung der arabischen "Ölwaffe" weiter geschwächt.

Viele interne ökonomische Probleme, denen die westlichen Nationen gegenüberstehen, gehen auf das fortgesetzte Mißlingen der Bemühungen ihrer Regierungen zurück, der Subversion entgegenzutreten, insbesondere in Institutionen wie Gewerkschaften, Universitäten und Hochschulen sowie in den Fabriken. Die Aktivitäten kleiner Gruppen, vor allem jener, die zu Streiks schüren, haben bereits eine ernstliche wirtschaftliche Krise heraufbeschworen, deren Bewältigung nach Meinung der Kommunisten und ihrer Sympathisanten auf dem linken Flügel weitere drakonische Streichungen der Verteidigungsausgaben erforderlich machen.

In Großbritannien wurden im Februar 1975 die drastischsten Rüstungskürzungen seit dem Zweiten Weltkrieg vorgenommen. Diese Abstriche folgten auf eine Überprüfung der Verteidigungsverpflichtungen durch die Regierung, und während der britische Beitrag zu Europa - in Divisionen und taktischen Flugzeugen - mehr oder minder ungeschoren davonkam, hat es bei den Marine-Streitkräften, bei den Landetruppen und beim britischen Beitrag zu den mobilen ACE-Streitkräften Einbrüche gegeben. In Großbritannien wird darüber hinaus in Richtung weiterer Verringerungen der Rüstungsausgaben agitiert. Außerdem wird eine zahlenmäßige Reduzierung der Streitkräfte angestrebt, die diese - wenn man ihr nachkommt - zur Hilflosigkeit verurteilen und alarmierende Auswirkungen auf die NATO-Verbündeten haben könnte. Holland und Dänemark haben ihre militärischen Kräfte bereits unter jenes Niveau reduziert, das gerade noch als fairer Beitrag zur militärischen Stärke der NATO betrachtet werden könnte.

So sind in die sowjetische Offensive gegen den Westen sowohl politische, wirtschaftliche und psychologische als auch militärische Strategien verwickelt, die sich zwar von Zeit zu Zeit ändern wie dies im übrigen auch die Taktik tut, die man zur Durchführung einer speziellen Strategie benötigt. Aber das letzte Ziel sowjetischer Politik hat sich bisher nie geändert und wird sich auch nicht ändern. In den letzten zwei oder drei Jahren hat die Sowjetunion - trotz Rückschlägen wie in Ägypten und möglicherweise in Portugal - einige bemerkenswerte Erfolge in der politischen Arena und Vorteile auf wirtschaftlicher Ebene erzielt, die man noch vor fünf Jahren für unmöglich gehalten hätte.

Breschnews selbstbewußte Behauptung, die Sowjetunion und ihr kommunistisches Imperium hätten keine Zahlungsbilanzprobleme, keine Inflation und keine Prioritätenkonflikte zwischen wirtschaftlichen und Rüstungsforderungen, birgt ein Element der Wahrheit in sich, aber natürlich hätte der sowjetische Parteichef noch hinzufügen können, daß in seinem Herrschaftsbereich auch keine einflußreichen Gruppen - zumindest keine sehr wirksamen -und keine Protestierfreiheit existieren.

Die NATO kümmert sich hauptsächlich - wenn auch nicht ausschließlich - um die militärischen Aspekte der Schaffung eines Gegengewichtszu sowjetischen Politiken und Einflußnahmen in Europa. Aber man kann kaum erwarten, daß 15 Nationen Übereinstimmung in der Außenpolitik erzielen, die aber andererseits ein unerläßlicher Bestandteil der großen Strategie ist und von der erfolgreiche militärische Strategien abgeleitet werden müssen. Zumindest aber könnte man sich Besseres vorstellen als die unterschiedlichen Ansichten der NATOPartner zur Zeit der Anwendung der "Ölwaffe" im Oktoberkrieg 1973 oder ihre Reaktion auf die US-Anfrage um Zwischenlanderechte für ihre Nachschubflugzeuge Richtung Israel.

So lange Europa durch das Medium der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft keinen erkennbaren Konsens in der Außenpolitik erreicht hat - und dies liegt noch in weiter Ferne -, so lange werden die Sowjetunion und der Warschauer Pakt die Initiative behalten. Und ebenso lange wird der Osten Vorteile bei der Behandlung politischer und wirtschaftlicher Probleme innehaben - nicht nur in Europa, sondern auch weltweit. Acht der neun EG-Staaten (Frankreich nicht eingeschlossen) sind auch Mitglieder der NATO, und eine engere Bindung zwischen den beiden Organisationen würde viel zur Lösung einiger der dringlichsten gemeinsamen Probleme beitragen.

Der militärische Stärkevergleich der beiden Bündnisse NATO und Warschauer Pakt wurde bereits in den beiden ersten Teilen dieser Artikelreihe behandelt (FR 9/75 und FR 11/75). Obwohl die Flanken wichtig - und gegenwärtig extrem verwundbar - sind, ist es der Mittelbereich, in dem das Gros der Warschauer Paktund NATO-Kräfte zum Aufmarsch gelangt ist. Dies ist auch das Gebiet, in dem sich der Konflikt vollziehen wird. Was die einsatzbereiten Kräfte angeht, so schlägt die Waage in fast jeder Kategorie konventioneller Streitkräfte zugunsten des Warschauer Paktes aus: 1,3 zu 1 beim Personalstand; 2,6 zu 1 bei den Kampfpanzern; 2,1 zu 1 bei Kanonen im Gefechtsfeld; 2,3 zu 1 bei taktischen Flugzeugen; 1,7 zu 1 bei Überwasserschiffen im Ostatlantik; 1,6 zu 1 bei U-Booten und 1,5 zu 1 bei Kampfflugzeugen.

An taktischen Nuklearwaffen herrscht auf beiden Seiten faktisch Gleichheit. Informationen über sowjetische Nuklearwaffen und ihre Verteilung sind nur schwierig zu bekommen. Aber da man in der Sowjetunion die Technik der Miniaturisierung von Nuklearsprengköpfen für das MIRV-Programm beherrscht, scheint die Annahme vernünftig, daß die UdSSR in der gleichen Weise einen Vorrat an taktischen Nuklearwaffen verschiedener Gefechtskopfleistung angelegt hat, in der sie Stärke und Qualität ihrer konventionellen Streitkräfte erhöht hat. Die Annahme, der taktische Nuklearvorrat der Sowjets sei halb so groß wie jener der NATO - d. h. 3500 Gefechtsköpfe - ist veraltet. Diese Zahl ist nun seit mehr als fünf Jahren im Umlauf und kann heute nicht mehr als vernünftige Schätzung sowjetischer nuklearer Stärke angesehen werden.

Die Russen haben rasch auf eine der bedeutenden Lehren des YomKippur-Krieges reagiert, daß nämlich in einem Konflikt mit modernen Waffen die Verschleißrate an kostspieligenWaffensystemen wie Panzern und Flugzeugen sehr hoch liegt - viel höher, als man je vor dem Oktoberkrieg 1973 vorhergesagt hatte. Die Sowjetunion hat daher in den letzten zwei Jahren den Bestand an Panzern, gepanzerten Mannschaftswagen und taktischen Flugzeugen, die sich im Einsatzgebiet oder in Reserve befinden, ganz bedeutend erhöht -und dies sowohl in Osteuropa als auch in den westlichen militärischen Distrikten der Sowjetunion.

Die NATO dagegen hat die Waffensystemzahl in keiner dieser wichtigen Kategorien bedeutend erhöht. Das einzige Gebiet, in dem die NATO Anspruch auf zahlenmäßige Überlegenheit erhebt, ist das der Panzerabwehrraketen. Doch dieser heute noch bestehende Vorteil wird bald zunichte gemacht sein, wenn die Sowjets Entscheidungen treffen, die auf einer anderen wichtigen Lektion des Yom-Kippur-Krieges basieren: Panzer sind leicht verwundbar gegenüber Panzerabwehr-Lenkwaffen, seien es Luft-Bodenoder Boden-Boden-Waffen. Es steht zu erwarten, daß eine wachsende Zahl fahrzeuggestarteter Panzerabwehr-Lenkwaffen vom Typ Sagger an die Truppe geliefert wird und daß der Bestand an Mil-24-Hubschraubern (NATO-Code Hind), die mit Panzerabwehr-Lenkwaffen bestückt sind, steigen wird.

Die NATO-Streitkräfte, insbesondere die in Europa stationierten US-Truppen, verfügen ohne Frage über eine Überlegenheit an Qualität und Vielfalt bei boden- und luftgestarteten Panzerabwehr-Lenkwaffen. Aber der Warschauer Pakt holt auf. Es hat eine beträchtliche Expansion der sowjetischen Hubschrauberflotte stattgefunden, wobei die Aufstellung bedeutender luftgestützter Kampfeinheiten ins Auge fällt, die mit Hubschraubern des Typs Mi-4, Mi-6 und Mi-8 ausgerüstet sind, unterstützt von Hubschrauber-"Gun Ships" des Typs Mi-24, die mit Bordkanonen und Panzerabwehrwaffen bestückt sind.

Beiden taktischen Flugzeugen hat man in der UdSSR nicht nur die Zahl der in Kampfbereitschaft und in Reserve befindlichen Maschinen erhöht. Man hat auch neue Flugzeugtypen eingeführt, die deutliche Entwurfs- und Leistungsvorteile gegenüber älteren Mustern aufweisen. Die wichtigsten sind die MiG-23 (NATO-Code Flogger), die Sukhoij Su-19 (Fencer) und die Sukhoij Su-20 (Fitter-C). Was die FlugzeugabwehrLenkwaffen angeht, so bilden die SA-6, SA-8 und SA-9 eine bedeutende Ergänzung des ohnehin bereits eindrucksvollen Boden-Luft-Lenkwaffen-Inventars der UdSSR.

Die geradezu überwältigende zahlenmäßige Überlegenheit des Warschauer Paktes kann man zum Teil durch die sowjetische Doktrin der Masse bei der Aufstellung konventioneller Streitkräfte erklären, zum Teil durch den Glauben an die Theorie, die Demonstration militärischer Macht spiele in der internationalen Diplomatie eine wichtige Rolle, und zum Teil durch die Entschlossenheit der UdSSR, politischen und psychologischen Druck auf die Länder Westeuropas durch Zurschaustellung militärischer Macht auszuüben.

Im Hintertreffen gegenüber dem Westen befindet sich die Sowjetunion bei fortschrittlichen Technologien, insbesondere auf dem Gebiet präzisionsgeführter Waffen. Aber die Lücke schließt sich zusehends - und einige Länder Westeuropas zeigen sich heute von der Stärke der sowjetischen Kriegsmaschinerie stark beeindruckt.

Es ist keine Frage, daß der Warschauer Pakt klar besser abschneidet, welche Vergleichsmethode man auch immer bei einer Abschätzung der relativen militärischen Stärken von Warschauer Pakt und NATO im mittleren Sektor anwendet. Während die Stärke des Paktes und die Qualität seiner Ausrüstung sich fortlaufend erhöhen, sinkt die Macht der NATO mit jeder Beschneidung der Rüstungsausgaben durch ein europäisches Land nach dem anderen. Die konventionellen Streitkräfte in Mitteleuropa repräsentieren heute das schwächste Element im "Dreiklang" der westlichen Abschrekkung und Rüstung (strategische Nuklear-, taktische Nuklear- und konventionelle Streitkräfte). Und dies nicht nur, was den Personalbestand und die Waffensystemzahl angeht, sondern auch im Kommando- und Kontrollbereich, bei der Logistik und bei den Reserveeinheiten.

Auch die geographischen Verhältnisse stehen auf seiten des Warschauer Paktes, insbesondere dort, wo Offensivoperationen beabsichtigt sind. Andererseits ist die NATO-Strategie im wesentlichen defensiver Natur, und die Absichten des westlichen Bündnisses sind wohlbekannt. Die konventionellen militärischen Fähigkeiten der NATO haben allerdings ein Niveau erreicht, das die Verwirklichung ihrer erklärten Absichten weitgehend in Frage stellt. Zum erstenmal wächst die Skepsis an den Möglichkeiten der NATO, einen rein konventionellen Angriff im Westen zum Stehen bringen zu können, der - wie sowjetische Schriftsteller wie Savkin und Sidorenko glauben -das Muster eines künftigen Konflikts in Europa bilden könnte. Sollte der Angriff konventionell bzw. mit taktischen nuklearen Mitteln ausgeführt werden, und dies ist immer noch das vorherrschende sowjetische Konzept für einen Konflikt in Europa, so würde auch eine NATO-Zuf lucht zu taktischen Nuklearwaffen die Situation wahrscheinlich nicht wiederherstellen, auch wenn die Entscheidung zugunsten der Verwendung dieser Waffen rasch gefällt würde. In jedem Fall hat der Warschauer Pakt die Initiative - die NATO-Kräfte müssen auf die Stärke und auf die Art des gegen sie vorgetragenen Angriffs an jenen Orten reagieren, die ihnen der Warschauer Pakt vorschreibt.

Die NATO-Strategie der Abschreckung, Verteidigung und Entspannung (in der genannten Reihenfolge), zusammen mit ihrer militärischen Strategie der flexiblen Reaktion und der vorgeschobenen Aufstellung ist immer noch die realistischste Strategie. Aber sie macht eine Verteidigungsfähigkeit erforderlich, die das Gesamtspektrum von thermonuklearen Waffen bis hinunter zur Gewehrkugel abdeckt. In diesem Spektrum müssen die konventionellen Kräfte stark genug sein, um einen konventionellen Vorstoß oder einen konventionell-nuklearen Angriff des Warschauer Paktes in Mitteleuropa zum Halten zu bringen.

Dazu muß die neue konventionelle Waffengeneration - insbesondere präzisionsgeführte Waffen, Panzerabwehrwaffen, Artillerie, Flugzeugabwehr-Lenkwaffen, Boden-Boden-Lenkwaffen mit Zielendsuche -zusammen mit verbes serten elektronischen Gegenmaßnahmen bei den NATO-Streitkräften mit höchster Dringlichkeit zur Einführung gelangen. Die europäischen NATO-Verbände sind zur Zeit weder im Besitz der Vielfalt präzisionsgeführter Waffen noch verfügen sie hier über die Qualität, wie sie die Kampf-, einheiten der US-Streitkräfte bereits im Einsatz haben. Kein Flugzeug aus dem NATO-Inventar - die amerikanische General Dynamics F-111 ausgenommen - weist echte Allwetterfähigkeiten auf, und sehr wenige sind mit wirksamen ECM-Geräten ausgerüstet. Ferner könnte größerer Gebrauch von ferngesteuerten Flugkörpern (RPV) für Aufklärungs-, Zielerkennungs-, elektronische Gegenmaßnahmen (ECCM)- und Gefechtsfeldüberwachungs-Aufgaben gemacht werden.

Die Technologie, beim Abschuß von Luft-Bodenund Boden-Boden-Lenkwaffen sowie Bomben hohe Genauigkeit (zirkulare Trefferablage fast 0) zu erreichen, steht jetzt zur Verfügung - sowohl bei konventionellen als auch nuklearen Gefechtsköpfen. Nur einige Beispiele für neue Waffen, die jetzt für die Indienststellung erhältlich sind: die Boden-Boden-Lenkwaffe Lance, 155-mm- und 8"-Artillerie mit präzisionsgeführten Projektilen (konventionell und nuklear), lasergesteuerte Bomben, elektrooptisch geführte Lenkwaffen sowie Flugkörper mit Terrainführung über Radar bzw. Infrarot. Heute ist für eine ganze Reihe von Gefechtsköpfen die Formel "ein Schuß, ein Treffer" anwendbar. Diese Tatsache würde viel dazu beitragen, das Ungleichgewicht an Feuerkraft zwischen Warschauer Pakt und NATO zu beseitigen.

Was die Technik taktischer nuklearer Gefechtsköpfe angeht, liegen die USA klar vor der Sowjetunion. Durch die Einführung neuer, kleinerer Sprengköpfe in Verbindung mit präziseren Abschußsystemen (Folge: wirksame Feuerkraft, stark reduzierte seitliche Schäden) ließe sich der bestehende NATO-Lagervorrat, der zur Zeit einer Überprüfung unterzogen wird, beträchtlich reduzieren. Ja, es erscheint durchaus denkbar, konventionelle Gefechtsköpfe in neuen, präzisionsgeführten Abschußsystemen gegen einige jener Ziele einzusetzen, deren Zerstörung bisher Nuklearangriffe erforderlich machten. Verbesserungen bei den Abschußanlagen, die größere Feuerkraft und präziseren Verschuß garantieren, sind auch der größeren Glaubwürdigkeit der Abschreckungsaspekte der NATO-Militärstrategie dienlich. in den laufenden MFR-Diskussionen, bei denen Zahlen eine große Rolle spielen und üblicherweise wichtigster Überlegungspunkt sind, könnten die verfügbaren fortgeschrittenen Technologien noch eine lange Wegstrecke vor sich haben, bevor sie die zahlenmäßige Ungleichheit zwischen NATO und Warschauer Pakt zum Verschwinden bringen.

Eine natürliche Folge der Verbesserung an Feuerkraft durch die Einführung fortgeschrittener Waffensystem-Technologie ist die Standardisierung der Ausrüstung. Obwohl die Standardisierung keineswegs ein Allheilmittel für die gegenwärtigen Schwächen der NATO darstellt, würde sie doch stark zur Verringerung der gegenwärtigen Verschwendung von Geld, Energie und Anstrengung bei zweigleisigen Waffensystementwicklungen beitragen.

Im Command- und Control-Bereich erfreut sich der Warschauer Pakt einer seiner bemerkenswertesten Vorteile - das Gesamtkommando- und Kontrollsystem geht von einem einzigen Zentrum aus, nämlich vom Verteidigungsministerium in Moskau. Die taktische Doktrin wird von den Planern in eben diesem Ministerium geschaffen und zur Anwendung gebracht. Die Ausrüstung ist ebenso wie die logistischen Pläne für die taktische Aufstellung von Kräften und ihren Verstärkungen fast zur Gänze standardisiert. Dagegen sind das Kommando und die Kontrolle in der NATO durch geographische Schranken wesentlich schwieriger. Die Südflanke ist vom mittleren Bereich isoliert, und die Wechselwirkung der Streitkräfte im Einsatz - auch bei den hochflexiblen Luftstreitkräften - gibt Probleme auf. Die kürzlich erfolgte Zusammenlegung der No. 2 und No. 4 Allied Tactical Air Forces unter ein einzelnes Kommando (AAFCENT) sollte eigentlich bessere Command- und Control-Möglichkeiten der Luftstreitkräfte und eine effektivere Nutzung ihrer vereinten Fähigkeiten liefern.

Der Krieg gegen den Westen, der gegenwärtig von der Sowjetunion geführt wird, ist ein Beispiel einer großen Strategie in Aktion. Mit beharrlichem Druck am richtigen Ort und zur rechten Zeit könnte die sowjetische Strategie Erfolg haben, ohne daß ein militärischer Angriff gegen den Westen notwendig wird. Trotz der Erklärungen von seiten der Politiker und Kommentatoren der politisch-militärischen Szene ist es durchaus möglich, in der sowjetischen Strategie zwischen Absichten und Möglichkeiten eine sichere Beziehung herzustellen.

Einer Anzahl europäischer Mitglieder des NATO-Bündnisses mangelt es an politischem Willen und an Selbstvertrauen in Sicherheitsdingen, aus der sich wiederum eine Abneigung herleitet, die potentielle Bedrohung zu erkennen, die gegen sie gerichtet ist. Als Folge daraus mißlingt es ihnen auch, Gegenmittel gegen den sowjetischen Druck zu entwickeln. Dazu gehören auch die konventionellen Streitkräfte, die zur Stärkung der schwächsten Glieder in der europäischen Verteidigungskette notwendig sind.

An der Südflanke bedeutet die Verwirrung, die infolge der griechisch-türkischen Kontroverse in Sachen Zypern entstanden ist, politisch gesehen eine ernsthafte Schwächung für die NATO sowie ein schwerwiegendes Hindernis für eine zusammenhängende Verteidigung der betroffenen Länder und für die Verbindungslinien im Mittelmeer. Die Zeit steht nicht auf seiten der Westmächte.

Die Sowjetunion hat bereits beträchtliche politische, wirtschaftliche und psychologische Erfolge in Europa, im Mittleren Osten, im Fernen Osten und im Indischen Ozean errungen. Wenn ihre nächsten Einflußzentren Berlin, Jugoslawien, Portugal (einschließlich der Azoren) oder Spanien werden sollten: Würde der Westen den politischen Willen entwickeln, seine Interessen zu verteidigen? Und wenn er dies täte, können wir sicher sein, daß die notwendige militärische Macht zur Unterstützung der politischen Entscheidungen zur Verfügung stünde?

Aus Erklärungen von maßgeblicher Seite, vom NATO-Generalsekretär, von SACEUR und ranghohen militärischen Kommandeuren, geht hervor, daß weitere Beschneidungen bei den der NATO für die Verteidigung Europas unterstellten Kräften die Stärke und den Zusammenhalt der militärischen Allianz und ihrer Streitkräfte in verhängnisvoller Weise schwächen könnten. Aber ähnliche Statements werden jedesmal abgegeben, wenn ein Mitglied der Allianz seine militärischen Kräfte reduziert. Wir sind mit Sicherheit berechtigt, die Frage zu stellen, ob die NATOStreitkräfte nicht bereits an einem Mindestmaß angelangt sind.

Sukzessive Verringerungen der konventionellen Militärmacht der NATO schwächen auch die Verhandlungsposition des Westens bei den gegenwärtigen MFR-Diskussionen beträchtlich. Dies ist eines der Verhandlungs-"Gefechte", die wir die Sowjets einfach nicht gewinnen lassen dürfen. Die Bedrohung des Westens kann nur durch eine konzertierte Bemühung von seiten der westlichen Nationen überwunden oder abgeblockt werden, eine Bemühung, die eine großangelegte Strategie für die Sicherheit Westeuropas entwikkein muß. Denn in diesem Europa liegt die größte Bedrohung von seiten der kommunistischen Kräfte, und damit sind nicht nur die Landmassen Westeuropas angesprochen, sondern auch die Meere, von denen auf Dauer das Überleben der Mitgliedstaaten als Industrienationen abhängt.

Eine große Strategie muß auch die Bereitstellung aller verfügbaren Ressourcen von seiten aller Mitglieder eines Bündnisses oder einer Staatengruppe beinhalten sowohl wirtschaftliche, industrielle, politische, psychologische Mittel als auch die Streitkräfte. Die Verschwendung dieser Ressourcen, die uneffiziente Verwendung jener Mittel, die infolge der Duplizierung von Waffensystemen bei einzelnen Mitgliedsländern entstehen, und der Mangel an Stadardisierung bei Doktrinen, Waffensystemen, Logistik, Kommunikation sowie Kommando und Kontrolle, der heute offen zutage tritt, würden im Kriegsfall eine enorme negative Bedeutungssteigerung erfahren. Die militärische Organisation der NATO kann nur den Plan entwickeln, den besten Gebrauch der Ressourcen zu machen, die von den einzelnen Mitgliedsstaaten zur Verfügung gestellt werden. Sie kann nicht in die internen Angelegenheiten dieser Länder eingreifen, und solange jedes Mitglied starran einer eigenen Innenund Außenpolitik sowie an seinem Konzept militärischer Doktrin festhält, um so schwieriger wird es, eine kohärente Militärstrategie für die Verteidigung Europas zu erstellen. Die Verwirrung innerhalb der NATO heute ist das Ergebnis des Vertrauens, das man nach wie vor in das überholte, simple "Bündnis"-Konzept hegt.

Eurogroup bietet einige Aussicht auf eine Verbesserung des heutigen veralteten Status der Allianz, aber früher oder später müssen die neun EG-Staaten eine engere Beziehung zu den 15 Mitgliedsländern des NATO-Bündnisses entwickeln - in einer gemeinsamen Anstrengung zur Erzielung einer großen europäischen Strategie. Bis dahin wird die Initiative immer beim Warschauer Pakt verbleiben, und die Sowjetunion wird fortgesetzt Druck in allen verschiedenen Arten auf die Länder Westeuropas ausüben. Und dies trotz Entspannungsklima und trotz der Bemühungen wohlmeinender Staatsmänner, harmonischere Beziehungen zwischen den zwei weit voneinander abweichenden Ideologien herzustellen, die in den beiden Machtblöcken existieren.


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