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Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 9/76 KIEWDie Kiew, der erste sowjetische Flugzeugträger, hat senkrechtstartende Kampfflugzeuge an Bord. Arthur Wallis zieht Vergleiche zur Harrier. Zwei im Mittelmeer stationierte Aufklärer der RAF, eine Nimrod der No. 203 Squadron und eine Canberra der No. 13 Squadron, beide auf Malta stationiert, haben mit ihren Aufnahmen die Bestätigung geliefert, daß auf der Kiew neue sowjetische VSTOL-Kampfflugzeuge stationiert sind. Die Bilder auf dieser Seite zeigen diesen ersten Flugzeugträger der UdSSR (40000 t), der seit Anfang Juli im Mittelmeer kreuzt. Das Schiff verfügt über ein Schrägdeck, kann aber wegen der ausschließlichen Verwendung von Hubschraubern und Senkrechtstartern auf Katapulte und Auffangvorrichtungen verzichten.
Man vermutet, daß an Bord etwa 25 HubschrauberdesTyps Kamow Ka-25 Hormone und mehr als 30 VSTOL-Maschinen stationiert sind. Das sowjetische Gegenstück des britischen Sea Harrier dürfte aus dem Konstruktionsbüro Yakowlew stammen, das schon 1967 einen Experimentier-Senkrechtstarter gezeigt hatte. Die Auswertung der RAF-Fotos läßt den Schluß zu, daß die Yak mit zwei kleinen Hubtriebwerken hinter dem Cockpit ausgerüstet ist, während das Haupttriebwerk über Schubumlenkung verfügt. Die Maschine ist etwas größer als der Harrier und hat einen längeren Rumpf. Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich um ein einsitziges Cockpit, doch ist nicht ausgeschlossen, daß eine zweisitzige Version existiert. Aus der relativ kleinen Bugnase kann geschlossen werden, daß dieserTyp nicht über ein AI-Radar (AI = Air Intercept) verfügt und deshalb keine Allwetterfähigkeit hat. Die Fotos lassen weiterhin erkennen, daß es sich nicht um eine echte Überschallauslegung handelt, wenn auch in großen Höhen möglicherweise Mach 1.2 erzielt werden könnten. Während diese Leistung etwa dem Harrier entspricht, dürften die Manövriereigenschaften nich t so gut sein. Man nimmt an, daß die Yaks auf der Kiew eine Einsatz-Erprobungsstaffel darstellen, und man erachtet sie als sehr fortschrittliche VSTOL-Flugzeuge. VSTOL ANTE PORTASDer erste sowjetische Flugzeugträgerkreuzt seit einigen Wochen im Mittelmeer. Er hat, außer Hubschraubern, senkrechtstartende Kampfflugzeuge an Bord! Seit langem war der Bau der Kiew von ameri k anischen Aufklärungssatelliten verfolgt worden. Nun aber ist durch RAF-Aufnahmen (siehe S. 82) für jedermann offensichtlich, daß die Sowjetunion über voll einsatzfähige VSTOL-Kampfflugzeuge eines noch unbekannten Typs verfügt, und man darf annehmen, daß diese Maschine nicht nur auf See, sondern auch landgestützt in vorderster Front in den Truppendienst gehen wird. Man erinnert sich: Als vor neun Jahren bei der Luftparade in Domodedovo erstmals ein Experimental-Senkrechtstarter demonstriert worden war, kam aus Bonner Militärkreisen der lapidare Kommentar: Man verstehe nicht warum sich die Russen nun auch mit dieser Senkrechtstart-Spielerei befaßten (damals wurden die deutschen VSTOL-Programme gerade abgewürgt ... )! Natürlich wird auch in der Bundesrepublik nicht bestritten, daß konventionelle Flugplätze im Krisenfall äußerst gefährdet sind. Aber man glaubt, auf Senkrechtstarter verzichten und sich auf das Konzept der schnellen Reparierbarkeit von Startbahnen verlassen zu können. Ausgedehnte theoretische Untersuchungen und Planspiele, bei denen alle Eventualitäten einbezogen wurden, hätten angeblich die Durchführbarkeit dieses Konzeptes erwiesen. Wie soll man dieses reichlich naiv anmutende Verhalten eigentlich bezeichnen - ist es Vogel-Strauß-Politik oder gar Gesundbeterei? Verfechter der VSTOL-Philosophie werden hierzulande nach wie vor als Phantasten eingestuft. Andere Luftstreitkräfte, denen man gewiß nicht den Gebrauch des gesunden Menschenverstandes absprechen kann, haben die Zeichen der Zeit längst erkannt und setzen voll auf die VSTOL-Technologie: Royal Air Force, Royal Navy, US Marine Corps (bald auch die US Navy), die spanische Luftwaffe - und nun die Sowjets. Der VSTOL-Flugzeugträger Kiew sollte ein deutliches Wamsignal sein! Pl
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