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Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 10/76 MIG-25-ENTFÜHRUNG: ENORME BEDEUTUNGAufmerksame FLUG REVUE + Flugwelt-Leser wissen es: Bereits in der Ausgabe 12/75 und später noch in Heft 7/76 haben wir eine Reihe sensationeller, bisher nicht bekannter Aufnahmen und Details des sowjetischen Mach 3-Kampfflugzeugs MiG-25 (NATO-Code Foxbat) exklusiv veröffentlicht.
Die vor kurzem erfolgte spekakuläre Landung einer MiG-25 im nordjapanischen Hakodate hat diesen Flugzeugtyp nun in en Brennpunkt des Weltinteresses gerückt. Was die Landung des modernen UdSSR-Kampfflugzeugs für Die Foxbat A ist ohne Zweifel einer der fortgeschrittensten Interzeptoren, die heute in der Welt im Einsatz stehen. Seine beiden Tumansky-Triebwerke (Schub je 11000 kp) verleihen dem Flugzeug Fluggeschwindigkeiten über 3200 km/h und Einsatzhöhen von 24400 m. Die Foxbat A ist normalerweise mit vier AA-6-Luft-Luft-Lenkwaffen an Unterflügelstationen ausgerüstet. Zwei davon sind radar-, die anderen beiden infrarotgelenkt. Man nimmt an, daß das Flugzeug zusätzlich zum Interzeptions Pulse-Doppler-Radar (Foxfire) und zu den fortgeschrittenen elektronischen Gegenmaßnahmen-Geräten auch über ein Radarsystem verfügt, das nach ,unten blicken kann" (Jaybird). Dieses große und kampfstarke Flugzeug hat einen ganz neuen Maßstab in der Leistung von Kampfflugzeugen gesetzt - es hat eindrucksvolle Geschwindigkeits- und Höhenrekorde aufgestellt. Die Foxbat B hat ungestört den Mittleren Osten überflogen, und kein gegenwärtig in diesem Gebiet einsatzbereites Flugzeug kann sie abfangen. Die Tatsache, daß ein derart fortschrittliches Gerät so leicht in die Hände des Westens fiel, ist von ungeheurer Bedeutung. Ganz abgesehen von den Informationen, die man vom Piloten, der sich jetzt in den USA aufhält, zu erfahren erhofft, wird insbesondere eine systematische und detaillierte Untersuchung der Maschine die meisten ihrer Geheimnisse lüften. Wenn US-Piloten das Flugzeug fliegen dürfen, dann wird die MiG-25 künftig überhaupt keine Geheimnisse mehr bergen. Was die westlichen Untersuchungskommissionen am meisten interessiert, das sind die Werkstoffe und die Zellenkonstruktion, die es der MiG25 ermöglichen, der enormen Luftreibung zu widerstehen, die bei ihren hohen Fluggeschwindigkeiten auftritt. Im Westen werden normalerweise Titanlegierungen verwendet, es hat aber Berichte gegeben, wonach die UdSSH andere exotische Werkstoffe wie Bor für Tragflügel, und Leitwerk benützt. Von größtem Interesse sind dieAvionikausrüstung für Zielerfassung und das Feuerleitsystem für die AA-6 Luft-LuftLenkwaffen, die die MiG-25 nicht mitführte, als sie in Japan landete. Nicht minder wertvoll sind Aufschlüsse über das Schmiersystem der Triebwerke, die den Stand der Aerospace-Technik der UdSSR erkennen lassen werden, Zusätzlich zu den technischen Geheimnissen, deren Lüftung es den US-Luftfahrtexperten ermöglichen würde, die Methoden der Sowjets bei der Lösung der mannigfaltigen, komplizierten Probleme des Hochgeschwindigkeitsflugs in großen Höhen aufzudecken, könnte eine intensive Befragung des Piloten über die präzise Einsatzrolle der MiG-25 Auskunft geben. Es gibt zum Beispiel keine westlichen Bomber, die in dieser großen Höhe und mit so hohen Geschwindigkeiten operieren wie die MiG-25, und lediglich die USA allein unter allen NATOStaaten haben Bomber im Einsatz, die über dem Territorium der Sowjetunion operieren können - allerdings in wesentlich geringeren Höhen (B-52 und F-111), Es gibt nur ein Aufklärungsflugzeug (die amerikanische SR-71, siehe Seite 38 in diesem Heft), das ein vergleichbares Einsatzspektrum aufweist wie die MiG-25. Die Leistungen der Foxbat in geringeren Höhen werden deshalb von größtem Interesse sein. Die Kommando- und Kontroll-Organisation für die MiG-25 Interzeptoreinsätze wird, so hofft man, vom sowjetischen Piloten näher erläutert werden. Diese Informationen werden die Richtung erkennen lassen, die die sowjetische Militärluftfahrt beschreitet, und werden die USA und die NATO mit wertvollstem Detailwissen über die Bekämpfungsmöglichkeit der MiG-25 und über Neuentwicklungen versehen, die in der nächsten Dekade geplant sind. Mit Phoenix-Lenkwaffen ausgerüstete F-14 und F-1 5 dürften allerdings mit der MiG-25 fertig werden.
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