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SPACE SHUTTLE

Vor 1000 geladenen Gästen hielt eine neue Ära des Raumtransports Einzug: Hohe Vertreter der US-Regierung, Aerospace-Führungskräfte und ein großes Presse-Kontingent sahen am 17. September 1976 im Rockwell-Werk Palmdale das erste Exemplar OV-101 des Space Shuttle-Orbiterfahrzeugs aus der Montagehalle rollen.

Ab 1979/1980 soll diese wiederverwendbare Raumfähre, wie FLUG REVUE+flugwelt bereits ausführlich in der Vergangenheit berichtete, routinemäßig Flüge in die Erdumlaufbahn antreten. Das "Absetzen'' von Satelliten und Weltraum-Labors, Service- und Wartungsaufgaben an Raumfahrzeugen in niedrigen Erdumlaufbahnen gehören ebenso zum Aufgabenkreis des Space Shuttle-Transportsystems wie die Beförderung von Satelliten und Raumfahrzeugen in den Orbit, von wo sie dann - mit dem Orbiterfahrzeug gleichsam als "Startrampe" - in höhere Erdumlaufbahnen bzw. in den interplanetaren Raum verschossen werden.

Zunächst aber soll Orbiter OV-101 als erstes Baumuster der neuen Raumtransporter-Generation lediglich zu Erprobungszwecken in Erdnähe eingesetzt werden, Im Rahmen einer 1977 anlaufenden Reihe von bemannten Anflug- und Landetests soll OV-101 in Huckepackstellung von einer modifizierten Boeing 747 aus in der Luft gestartet und auf seine aerodynamischen und Flugsteuerungs-Eigenschaften hin untersucht werden. Hinterher wird OV-101 selbständig auf der Landebahn des Dryden Flight Research Center der NASA landen - sie liegt ganz in der Nähe des bekannten Flugerprobungszentrums der US Air Force in Edwards im US-Bundesstaat California.

Erste Flüge in der Erdumlaufbahn sollen ab 1979 mit einem zweiten Erprobungsmuster (OV-102) vom Kennedy Space Center der NASA aus durchgeführt werden. Unter praktischen Einsatzbedingungen - wir haben auch darüber bereits berichtet - sollen OV-102 und OV-101, mit dessen Bau im Juni 1974 begonnen worden war, nicht weniger als 100mal verwendet werden. Sie werden dann wie konventionelle Raketen gestartet.

Ein Gesichtspunkt des künftigen Space Shuttle-Einsatzes kam allerdings in den Ansprachen der hohen Regierungs- und NASA-Offiziellen während der Rollout-Zeremonie nicht zur Sprache: Keiner der Sprecher, auch nicht Rockwell-Vorstandsvorsitzender Willard Rockwell, nahm Bezug auf die militärische Anwendung des Shuttle-Systems, das doch zweifellos das Rückgrat der Weltraum-Expansionsbestrebungen der USAF sein wird. Die anwesenden hohen Militärs zeigten sich bestürzt darüber, daß kein Wort zu den erst kürzlich bekanntgegebenen Plänen fiel, wonach 30 Prozent der bisher vorgesehenen Flüge vom Verteidigungsministerium durchgeführt werden. Der Orbiter soll das Raumfahrzeug IUS (Interim Upper Stage) von Boeing in den Raum tragen, ein Vorgängermuster für ein manövrierbares, militärisches Air Force-Raumgerät der Zukunft.   Norman Lynn


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Last updated 20. November 2001
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