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F-18 HORNET

In den achtziger Jahren wird die US Navy ein neues Kampfflugzeug in Dienst stellen und damit ihre seit vielen Jahren bewährten Muster F-4 Phantom II und A-7 Corsair II ablösen. Diese Maschine, die im wesentlichen auf der fortschrittlichen Konzeption der YF-17 basiert, wird derzeit bei McDonnell Douglas und. Northrop entwickelt. Nachfolgend ein Uberblick über die. Zukunftsaussichten dieses mit F-18 bezeichneten Flugzeugs, dessen erster Prototyp im Jahre 1978 fliegen soll.

Am 2. Mai 1975 entschied sich die US Navy für die Beschaffung des von McDonnell Douglas/Northrop vorgeschlagenen Kampfflugzeugs F-18. Sie gab diesem Muster damit den Vorzug gegenüber dem Modell 1600, einer von General Dynamics/Vought aus der einstrahligen F-16 abgeleiteten Trägerversion. Wegen der ständig ansteigenden Entwicklungskosten der F-14 Tomcat forderte die US Navy Anfang 1974 und im Rahmen ihresVFAX-Prog ramms ein "preiswerteres" neues Kampfflugzeug. Außer einer vereinfachten F-14 und einer modernisierten F-4 wurde seinerzeit auch eine bordgestützte Version der F-15 Eagle vorgeschlagen. Ende 1974 lenkte die US Navy ihre Aufmerksamkeit mehr und mehr auf die beiden, am ACF-Wettbewerb der US Air Force teilnehmenden Muster YF-16 von General Dynamics und YF-17 von Northrop.

YF-17 Northrop YF-17

Bekanntlich wurden von beiden je zwei Musterflugzeuge gebaut, die nachfolgend upter widrigsten Bedingungen erprobt wurden. Die GD YF-16 gewann schließlich im Januar 1975 den ACF-Wettbewerb und wird von der US Air Force Anfang der achtziger Jahre in Dienst gestellt. Hinzu kommen noch die Luftstreitkräfte Belgiens, Dänemarks, Norwegens, Israels und der Niederlande.

Dies alles bedeutete jedoch nicht das Ende der zweistrahligen YF-17. Vielmehr diente sie als Ausgangsmuster der bordgestützten Weiterentwicklung F-18, mit deren Entwurfsarbeiten ein gemeinsames Team von McDonnell Douglas und Northrop im Oktober 1974 begann. Ihre fortschrittliche Konzeption wurde dabei weitgehend beibehalten und lediglich den besonderen Forderungen der US Navy angepaßt. Hierzu gehörten neben der Eignung für den Einsatz von Trägerdecksauch bessere Reichweitenleistungen und Langsamflugeigenschaften. Man vergrößerte die Spannweite des Tragwerks auf 11,43 m (ohne Sidewinder) und bildete die Außenflügel ab Querruderanschluß nach oben klappbar. Außerdem wurden beide Flügelhälften mit je einem "Sägezahn" versehen, so daß sich eine Vergrößerung der aerodynamischen Fläche um 12 % ergab. Die bisherige mechanisch/hydraulische Flugsteuerung der YF-17 wird durch ein modernes elektrisches System (fly-by-wire) ersetzt und der interne Kraftstoffvorrat auf ein Fassungsvermögen von 4750 kg erhöht. Hinzu kommen zur weiteren Verbesserung der Reichweitenleistungen noch drei 1364-1-Zusatztanks an den Außenstationen.

All dies und weitere Änderungen hatten naturgemäß auch eine Erhöhung des Leergewichts zur Folge. Es stieg von 8900 kg bei der YF-17 auf über 10000 kg bei der F-18 an. Nach Angaben der Herstellerfirmen liegt das maximale Startgewicht gegenwärtig sogar bei 22700 kg.

Als Bewaffnung der F-18 ist eine im Rumpfvorderteil fest eingebaute 20-mm-Kanone des sechsläufigen Gatling-Typs M61 Vulcan vorgesehen. Ferner kann sie an ihren insgesamt neun Außenstationen eine Vielzahl militärischer Lasten mitführen. Dazu gehören neben zwei AIM-7 Sparrow an den äußeren Rumpfstationen auch zwei AIM-9 Sidewinder an den Flügelspitzen sowie verschiedene Sprengbomben und Waffenbehälter. Zur Verbesserung ihrer taktischen Einsatzmöglichkeiten wird die F-18 ein modernes Blickfeld-Darstellungsgerät (HUD) erhalten.

Aus der erwähnten Gewichtserhöhung resultierte bei General Electric bereits ziemlich früh die Weiterentwicklung des YF101Triebwerks der YF-17 zum F404-GE-400. Bei diesem Aggregat handelt es sich um einen in Einwellenbauweise ausgelegten Zweikreiser mit einer Schubleistung von 7257 kp und einem Einbaugewicht von 907 kg. Der innere Aufbau des F404 zeigt vorn einen dreistufigen Bläser, einen siebenstufigen Hochdruckverdichter, eine Arbeitsturbine mit einer Hochdruck- und einer Niederdruckstufe sowie einen modifizierten Nachbrenner. Mit den ersten Prüfstandläufen wird noch vor Ende 1976 gerechnet.

Nach offiziellen Angabeh wird die Höchstgeschwindigkeit der F-18 bei Mach 1,8+ liegen und ihre Anfluggeschwindigkeit bei Trägerlandungen 210 km/h betragen. Anfang dieses Jahres gab die US Navy für das NSF-Programm endgültig "Grünes Licht" und erteilte damit dem Firmenkonsortium McDonnell Douglas-Northrop den Auftrag zur vollen Entwicklung der F-18. Sie befürwortet zunächst zwei Hauptversionen:

  • Luftkampf- und Begleitjäger F-18A als Nachfolgemuster der F-4 Phantom II,
  • Jagdbomber A-18A als Nachfolgemuster der A-7 Corsair II.

Darüber hinaus wird es für das Besatzungstraining aber auch einen Zweisitzer (F-18B) und einen mit verschiedenen Kameras bestückten taktischen Aufklärer (RF-18A) geben. McDonnell Douglas wurde mit 70 % des Entwicklungsprogramms der F/A-18 als Hauptauftragnehmer bezeichnet. Sie ist außerdem für alle bordgestützten Versionen verantwortlich. Die restlichen 30 % sprach man Northrop zu, das für alle landgestützten F-18 verantwortlich zeichnet. Während der Serienfertigung, die schon 1979 anlaufen soll, wird sich dieses Verhältnis jedoch etwas verschieben: McDonnell Douglas 60% und Northrop 40%.

Der gegenwärtige Auftragsbestand liegt bei 800 Maschinen der erwähnten Versionen, die bis 1988 zu liefern sind und von denen die US Marines etwa 175 Maschinen erhalten werden. Bezogen auf diese Stückzahl beträgt der Flyaway-Preis einer Maschine etwa $ 6,0 Mio., während eine F-14A Tomcat mehr als das Doppelte kostet. 1982 wird die US Navy die ersten serienmäßigen F-18 in Dienst stellen. Sie beabsichtigt bis 1990 zwölf Flugzeugträger mit je einer F-14- und drei F-18-Squadrons auszurüsten.

Doch vorerst werden zur Erprobung unter verschiedenen Bedingungen erst einmal elf Musterflugzeuge der F/A-18 gebaut, deren erstes Mitte 1978 fliegen soll. Darunter befinden sich neben je zwei Jägern und Trainern auch sieben Jagdbomber.

Namhafte Sprecher der US Navy bezeichnen die F/A-18 wegen der außergewöhnlichen Manövriereigenschaften ihres Ausgangsmusters als ein Kampfflugzeug der Superlative. Die fortschrittliche Konzeption der von Northrop entwickelten YF-17 war zweifellos ausschlaggebend bei der Bewertung der einzelnen Punkte des NSF-Wettbewerbs durch die US Navy.

Landgestützte Version F-18L

Wie bereits erwähnt, wird bei Northrop gegenwärtig auch eine landgestützte Version mit der Bezeichnung F-18L entwickelt, bei der es sich aber eigentlich um eine parallele Weiterentwicklung der YF-17 handelt. Diese wird sich in einigen Punkten von der bordgestützten F/A-18 unterscheiden. Man verzichtete nämlich nicht nur auf die faltbaren Außenflügel und den Fanghaken, sondern auch auf die "Sägezähne" des Tragwerks. Obwohl man das Leergewicht der F-18L durch einige rigorose Maßnahmen um fast 6000 kg herabsetzen konnte, erhält sie pro Flügelhälfte noch eine Außenstation mehr für militärische Lasten.

Nach Angaben von Northrop sollen von der F-18L vorerst fünf Musterflugzeuge gebaut werden, deren erstes unmittelbar nach Anlaufen der F-18-Erprobung zu seinem Jungfernflug starten soll. Hinsichtlich der landgestützten Version ist man bei Northrop äußerst zuversichtlich, denn das weltweite Marktpotential für ein Kampfflugzeug dieser Größenordnung und Leistungsklasse ist ähnlich groß wie bei der erfolgreichen F-5A/E. Hinzu kommt ihre Kostengünstigkeit, so daß sie in den achtziger Jahren durchaus zu einem ernsthaften Konkurrenten einiger anderer Muster werden könnte.

Die technische Konzeption der F-18L entspricht bis auf die erwähnten Änderungen weitgehend der bordgestützten Version. Als Triebwerkanlage sind ebenfalls zwei F404-Turbofans vorgesehen. Es sei hier nochmals an den sogenannten Hybridflügel erinnert, der in seinen Grundzügen einen Deltaflügel mit starker Annäherung an den Pfeilflügel darstellt. Die weit nach vorn gezogenen und stark gepfeilten Vorderkanten dienen in erster Linie der Auftriebserhöhung und der Herabsetzung des schädlichen Widerstands. Außerdem.tragen sie zur Verbesserung des Steuerverhaltens während des Kurvenkampfes bei. Im Bereich der TriebwerkLufteinläufe sind die aus Verbundwerkstoffen gefertigten, weit nach vorn gezogenen Flügelwurzeln mit sogenannten Grenzschichtschlitzen versehen. Diese garantieren dem trudelsicheren Tragwerk im gesamten Geschwindigkeitsbereich und in allen Flugzuständen beste Strömungsverhältnisse. Die aerodynamische Wirksamkeit des von Northrop entwickelten Tragwerks konnte mit den beiden Prototypen der, YF-17 voll nachgewiesen werden.   Hans Redemann


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Last updated 20. November 2001
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