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Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 12/76 GRUMMAN HAWKEYESeit über zehn Jahren steht die von Grumman entwickelte E-2 Hawkeye bei der US Navy;als fliegendes Radar- und Leitsystem im aktiven Truppendienst. Nachfolgend ein Uberblick über die Einsatzmöglichkeiten dieser Maschine. Als gegenwärtig modernstes Frühwarnflugzeug der westlichen Welt gilt die von Grumman entwickelte E-2C Hawkeye. Die Geschichte dieses Flugzeugs, das im Laufe der Zeit ständig weiterentwickelt wurde, begann schon Ende der fünfziger Jahre. Seinerzeit forderte die US Navy ein modernes und leistungsfähigeres Nachfolgemuster der ebenfalls von Grumman entwickelten E-1 Tracer.
Am 21. Oktober 1960 flog der erste Prototyp und im April 1961 begann die Mustererprobung einer Maschine dieses Typs mit Elektronikausrüstung. Schon Im Februar 1962 konnten mit dem neuen Frühwarnsystem die ersten vollautomatischen Abfangversuche erfolgreich durchgeführt werden. Als erste Einheit der US Navy rüstete die bordgestützte Squadron VAW-11 im Januar 1964 auf den mit E-2A bezeichneten Typ um. Von dieser ersten Baureihe der Hawkeye wurden jedoch nur 59 Maschinen gebaut, da die Beschaffungskosten um 75 % über dem ursprünglich veranschlagten Betrag lagen. Ein Teil des vorgesehenen Navy-Auftrags mußte storniert werden und man befaßte sich in der Folgezeit primär mit derWeiterentwicklungderkomplizierten Elektronikausrüstung. 46 Maschinen wurden daraufhin zur Verbesserung der allgemeinen Leistungen als E-2B modifiziert, deren erste am 20. Februar 1969 flog. Schon Mitte 1968 begann die Fertigung der E-2C mit dem von General Electric entwickelten Radargerät AN/APS-120. Die ersten Lieferungen an die US Navy erfolgten Anfang 1973 und bis Ende dieses Jahres werden 34 Maschinen im Truppendienst stehen. Bis 1984 sollen insgesamt 83 E-2C eingeführt werden. Ab der 34. Maschine kommt das von GE weiterentwickelte Radargerät AN/APS-125 zum Einbau, das in einer Flughöhe von 9000 m eine automatische Zielauffassung im Umkreis von über 400 km ermöglicht. Das mit ARPS bezeichnete System läßt darüber hinaus auch Störmaßnahmen (EloKa) zu. Beim AN/APS-125 handelt es sich um ein Flug- und Schiffsmelderadar mit hohem Auflösungsvermögen. Es speist nicht nur den zentralen Digitalrechner von Litton (OL-77/ASQ), sondern auch die in drei Pulten eingebauten Darstellungsgeräte im sogenannten Combat Information Center (CIC), das sich im Rumpfhinterteil der E-2C befindet. Dieses umfaßt drei gleiche, mit jeweils zwei Kathodenstrahlröhren (Main Display Unit und Auxiliary Display Unit) ausgestattete Darstellungspulte. Während eines Einsatzes arbeiten in dem sehr eng bemessenen CIC zur Auswertung aller taktischen Werte drei Spezialisten, und zwar ein Radar Operator, ein Combat Information Officer sowie Air Control Officer. Die Antennengruppe des elektronischen Nervenzentrums der E-2C ist in der über dem Rumpf angeordneten Radardrehkuppel untergebracht. Dank ihres Advanced Radar Processing Systems (ARPS) ist eine einzige Hawkeye in der Lage, mehrere hundert Ziele zu verfolgen und zu überwachen. Sie kann darüber hinaus gleichzeitig Abfangeinsätze von mehr als zwanzig Tomcat-Jägern leiten. Anläßlich des im Oktober 1975 in der Ägäis durchgeführten NATO-Manövers Deep Express konnte eine E-2C insgesamt 52 Schiffe und 40 überwachen. Sie konnte diese in einem 37 km breiten Angriffskorridor halten und außerdem noch einen Luftangriff auf einen türkischen Stützpunkt leiten. Im Februar 1976 konnte eine andere E-2C zusammen mit einigen Tomcat-Jägern simulierte Angriffe französischer Kampfflugzeuge auf die Flugzeugträger USS America (CV-66) und USS John F. Kennedy (CV-67) im Mittelmeer erfolgreich abwehren. Allerdings waren diese Hawkeyes noch nicht serienmäßig mit dem ARPS ausgerüstet. Dies zeigt dennoch, daß man sich bei Grumman und der US Navy schon relativ früh Gedanken darüber gemacht hat, die Hawkeye entsprechend ihrer Aufgabenstellung so wirksam wie nur möglich einsetzen zu können. Statistischen Untersuchungen zufolge kann eine E-2C zusammen mit einer Tomcat-Staffel bis zu hundert gegnerische Flugzeuge erfolgreich bekämpfen. Alle nur denkbaren Spielarten der Frühwarnung und damit verbundene Abwehrmaßnahmen wurden mit der E-2C bereits mehrfach erprobt. Darunter befanden sich auch simulierte Angriffe von Überschallbombern in allen Flughöhen auf das amerikanische Festland. Obwohl die meisten Geräte der E-2C in den USA nach wie vor als classified eingestuft gelten, bemüht man sich darum, die E-2C auch zu exportieren. Zu den Interessenten gehört neben Australien, Südkorea, Taiwan und Japan auch Israel, das insgesamt sechs Maschinen beschaffen will. Schon Anfang 1978 sollen die ersten ausgeliefert werden. Israel kann mit diesen sechs E-2C seine Frühwarnung stark verbessern und damit auch seine Land-, Luft- und Seestreitkräfte besser führen. Wegen ihrer Vielseitigkeit bietet sich die Hawkeye für den Nahost-Einsatz geradezu an. Sie läßt sich dank ihrer schwenkbaren Flügel in splittersicheren Sheltern unterbringen und kann nach einem Alarm in nur wenigen Minuten in der Luft sein. Ihre STOL-Eigenschaften sind ausgezeichnet, denn bis 15 m Höhe benötigt sie selbst auf Behelfsflugplätzen eine Startstrecke von nur 820 m. Japan benötigt wegen seiner besonderen geographischen Lage eine Hawkeye-Version mit vergrößerterReichweite und der Möglichkeit zur Luftbetankung. Nach Angaben von Grumman sind diese beiden zusätzlichen Forderungen ohne weiteres zu erfüllen. Japan möchte für seine Luft- und Seestreitkräfte bis 1981 fünfzehn E-2C in Dienst stellen, hat sich jedoch wegen der Version noch nicht endgültig entschieden. Wegen der zu hohen Beschaffungskosten des AWACS-Flugzeugs Boeing E-3A (siehe FR 5/1976) bietet sich die E-2C derzeit auch für die NATO als Alternative an. Untersuchungen von Grumman zufolge würden für eine wirksame Luftraumüberwachung der Bundesrepublik Deutschland dreißig Maschinen ausreichen. Man verfolgt die diesbezügliche Planung der NATO bei Grumman weiterhin mit größter Aufmerksamkeit und glaubt, mit der E-2C eines Tages doch noch zum Zug zu kommen, wobei man sogar eine leichtere, landgestützte Version vorschlagen würde. Immerhin kostet eine vollausgerüstete E-2C "nur" $ 18 Mio., was gegenüber dem AWACS-Preis bedeutend erschwinglicher ist. Außerdem betont man bei Grumman, daß eine weitere Leistungssteigerung des Hawkeye-Systems durchaus noch möglich ist. Technische Beschreibung Die E-2C Hawkeye ist das jüngste Glied einer langen Kette von Frühwarnflugzeugen, die Grumman für die US Navy gebaut hat. Ihre allgemeine Auslegung und Flugleistungen waren primär abhängig von den Hauptmerkmalen der von ihr zu erfüllenden Einsatzaufgaben. Um den Katapultstarts und harten Fanghakenlandungen auf Trägerdecks gewachsen zu sein, legte man bei der Konstruktion der Zelle besonderen Wert auf eine robuste Bauweise. Die Triebwerkanlage der E-2C besteht aus zwei Propellerturbinen des AllisonTyps T56-A-422. Als charakteristisches äußeres Merkmal gilt die über dem Rumpf auf einem verkleideten Strebengerüst angeordnete Radardrehkuppel. Sie hat einen Durchmesser von 7,20 m und linsenförmigen Querschnitt. Während eines Einsatzfluges wird sie hydraulisch angetrieben und rotiert mit 6 u/min. Zum Verstauen des Flugzeugs unter Deck kann die Kuppel um 559 mm abgesenkt werden. Hans,Redemann
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