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Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 4/77 KFIR C2Am 20. Juli 1976 stellten die IAI erstmals die neue Version C2 ihres Mach 2-Kampfflugzeugs Kfir der Öffentlichkeit vor. Diese unterscheidet sich äußerlich durch einige aerodynamische Hilfsmittel von der bisherien Standardausführung. Nachfolgend ein Überblick über den jüngsten Stand der Kfir-Entwicklung (siehe auch FR 8/76).Das jahrelang gehütete Geheimnis um ihr neues Kampfflugzeug Kfir lüftete die israelische Luftwaffe (Heil Ha'Avir) erstmals am 14. 4. 1975 auf dem Ben Gurion International Airport. Die Entwicklung dieses Baumusters begann bereits 1969 und die Konstrukteure und Aerodynamiker der IAI legten dabei die ausgezeichneten Einsatzerfahrungen mit der Mirage IIICJ aus dem Sechstagekrieg 1967 zugrunde, stützten sich aber auch auf deren entfeinerte Schwester Mirage 5. Von dieser Version hatte Israel seinerzeit bei Dassault vierzig Maschinen mit der Bezeichnung Mirage 5J in Auftrag gegeben. Wegen des im Juni 1967 verhängten französischen Waffenembargos über Israel wurden sie allerdings nicht mehr ausgeliefert. Obwohl alle Entwurfs- und Konstruktionsarbeiten an dem neuen israelischen Kampfflugzeug von Anfang an unter strengster Geheimhaltung standen, sickerten von Zeit zu Zeit zwar nur sehr spärliche, aber für den Fachmann doch recht aufschlußreiche Informationen durch. Der Jungfernflug des ersten, mit Nescher (Adler) bezeichneten Prototyps im September 1971 war somit keine echte Überraschung mehr. Die Mustererprobung führte zu ausgezeichneten Ergebnissen und schon 1972 übernähmen die Heil Ha'Avir die ersten Vorserienflugzeuge für Truppenversuche unter Einsatzbedingungen. Während des Yom-Kippur-Kriegs im Oktober 1973 hatten diese Maschinen ihre militärische Feuertaufe, die sie glänzend bestanden. Daraus resultierten allerdings auch einige Verbesserungen an Zelle und Ausrüstung und bei den im April 1975 vorgeführten Maschinen (Nr. 712 und 724) hat es sich zweifellos bereits um Serienflugzeuge gehandelt. Die Fertigung des seitdem mit Kfir (Junger Löwe) bezeichneten Musters läuft auf vollen Touren, die genaue Stückzahl der bisher ausgelieferten Maschinen ist jedoch nicht bekannt. Ende 1975 wurde die Kfir dann auch für den Export freigegeben und sofort kursierten weltweite Gerüchte über ihre Beschaffung durch die Luftstreitkräfte einiger Länder. Ihr Flyaway-Preis liegt nach Angaben der IAI mit $ 4,5 Mio. weit unter dem vergleichbarer Muster. Als ihr besonderes Merkmal gilt die Verwendung des amerikanischen Strahltriebwerks General Electric J79-GE-17A, das auch bei den israelischen F-4E Phantom II zum Einbau kommt. Die Schubleistungen dieses Aggregats betragen 5385 kp ohne und 8120 kp mit Nachverbrennung. Sie liegen um 8% höher als beim Atar 9K-50 und ermöglichen der Kfir in 11 000 m Höhe eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 2.3. Außerdem konnten die Manövriereigenschaften trotz des höheren Fluggewichts entscheidend verbessert werden. Der Einbau des J79-Triebwerks erforderte allerdings zellenseitig eine Reihe einschneidender Änderungen. So mußte u. a. das Rumpfhinterteil um 640 mm verkürzt werden. Darüber hinaus war wegen des höheren Luftdurchsatzes eine Neugestaltung der Lufteinläufe notwendig. In enger Zusammenarbeit mit der Heil Ha'Avir bemühten sich die IAI ständig um eine Verbesserung der Flugleistungen und -eigenschaften. Anläßlich des jährlich stattfindenden Tages der Luftstreitkräfte wurde schließlich am 20. Juli 1976 auf dem Luftstützpunkt Hatzerim/Negev eine neue Version vorgeführt. Äußerer Hauptunterschied der mit Kfir C2 bezeichneten Maschine ist ein aus zwei Hilfsflügeln bestehendes Zusatztragwerk, das hinter und oberhalb der beiden Lufteinläufe angeordnet ist. Hinzu kommen noch zwei kleine Strakes an den Seiten der Rumpfspitze und zwei Sägezähne" in den Flügelnasen. Dank dieser drei Änderungen verfügt die Kfir nunmehr über noch bessere Flugeigenschaften, und zwar besonders im unteren Geschwindigkeitsbereich. Trotz einiger anderer Änderungen, zu denen neben einer Verstärkung des Fahrwerks auch der Einbau eines Zero-Zero-Schleudersitzes des Typs Martin-Baker JM6 gehört, erhöhte sich das Rüstgewicht der C2 nur geringfügig. Es liegt nunmehr bei 7290 kg, während das maximale Startgewicht 14 600 kg beträgt. Auch die Kfir-C2 ist standardmäßig mit zwei 30-mm-Kanonen des französischen Typs DEFA 552 mit je 125 Schuß bewaffnet. An ihren fünf Außenstationen kann sie bis zu 4000 kg Kampfmittel mitführen. Dazu gehören für Jagdbombereinsätze neben Spreng- und Brandbomben verschiedener Kaliber auch Kanonen- und Raketenbehälter und modernste Luft-Boden-Lenkwaffen der Typen Shrike, Maverick, Luz und Hobo. Der Aktionsradius für Hi-Lo-Hi-Einsätze beträgt 1300 km. Für Interzeptoreinsätze steht die moderne Luft-Luft-Lenkwaffe Schafrir zur Verfügung, eine israelische Eigenentwicklung mit Infrarot-Suchkopf und einer Reichweite von 5000 m. Nach Angaben von Einsatzpiloten liegen die Flugleistungen der Kfir C2 erheblich über denen vieler anderer Kampfflugzeuge, die derzeit in Ost und West im Truppendienst stehen. Ihre Steiggeschwindigkeit in Bodennähe liegt bei 238 m/s und für eine Flughöhe von 11 000 m benötigt sie lediglich 1,45 min. Dies alles zeigt, daß es der noch verhältnismäßig jungen israelischen Luftfahrtindustrie in jahrelanger und mühevoller Arbeit gelang, ein Hochleistungs-Kampfflugzeug zu entwickeln, das bezüglich seiner Kampfkraft gegenwärtig eine Sonderstellung einnimmt. Die Luftstreitkräfte einiger Länder bemühen sich um die Beschaffung der Kfir C2 und neben Österreich sei hier vor allem Ekuador genannt. Wegen eines amerikanischen Vetos kam jedoch der auf 24 Maschinen lautende Auftrag des letztgenannten Staates nicht zur Ausführung. Nach Angaben der IAI ist von der Kfir C2 auch eine zweisitzige Kampftrainerversion geplant. Hans Redemann Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 4/77 Copyright 1977/2002 by Motor-Presse Stuttgart. All rights reserved. Last updated 21 May 2002 FLUG REVUE, Ubierstr. 83, 53173 Bonn, Germany |