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Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 4/77 Anflug- und Landetestes angelaufen SPACE SHUTTLEDas Orbiterfahrzeug des amerikanischen Raumtransporters Space Shuttle fliegt. Natürlich noch nicht aus eigener Kraft, sondern - wie in der Tagespresse bereits ausführlich berichtet - in Huckepack"-Position auf einer speziell für diese Zwecke modifizierten Boeing 747. Damit hat in diesem ehrgeizigen Vorhaben der USA die Approach- and Landing Test-Phase begonnen.18. Februar 1977 auf dem Dryden-Trockensee der Edwards Air Force Base. Diese Zeit- und Ortsangabe wird man sich merken müssen, denn sie wird Raumfahrtgeschichte machen. Signalisiert sie doch mit dem Erstflug der skurril-futuristisch anmutenden Kombination Space Shuttle Orbiter/747 den Beginn der Erprobungsphase eines Vorhabens, das unsere Welt verändern wird: Die zweite Generation von Raumtransportgerät ist flügge geworden. Noch sind es bescheidene Flugversuche, die der Protagonist einer mit Sicherheit in Zukunft entstehenden ganzen Raumtransporter-Familie da im Februar 1977 unternahm. Sie muten angesichts der spektakulären Ergebnisse bescheiden an, die die erste Raumtransport-Generation"- die Rakete - mit der Landung von Menschen auf dem Mond, mit den unbemannten Landungen von wissenschaftlichen Stationen auf vielen Planeten und mit dem Einbringen von über lange Zeit bemannten Labors in die Erdumlaufbahn geliefert hat. Aber die Resultate der Raumtransporter-Nutzung werden bald für eine noch glanzvollere Liste von Weltraumleistungen sorgen, und deshalb soll an dieser Stelle auch über die ersten Schritte des Space Shuttle-Projekts besonders detailliert informiert werden. Der Erstflug am 18. Februar eröffnete die sogenannte Captive Inert"-Phase des ALT-Programms, die so heißt, weil das Orbiter-Cockpit unbemannt (inert) bleibt und weil der Orbiter noch nicht von der Träger-747 abgeworfen wird. Sechs Flüge sind in dieser Phase geplant, und wahrscheinlich sind sie, wenn diese Ausgabe erscheint, auch schon alle erfolgt. Falls sich keine aerodynamischen Probleme einstellen und keine ernsten Gerätefehler auftreten, soll nach Angaben des ALT-Programmdirektors Donald Slayton die Captive Active"-Phase in Angriff genommen werden, die mit einem auf 26. Mai angesetzten Flug beginnen und in der das Orbiter-Cockpit mit einer Zweimann-Astronauten-Crew besetzt sein soll (active), die die Funktionstüchtigkeit aller Orbiter-Systeme checken und die Flugsteuerung in verschiedenen Fluglagen und -zuständen betätigen wird. Nach der Captive Inert"-Phase wird der Orbiter von der 747 abgebaut, eine Inbetriebnahme des Hilfsaggregats (APU) vorgenommen und das gesamte Software-Programm überprüft. Erst dann läuft Captive Active" an. Geht auch sie ohne Verzögerung von statten, dann wird sich die Freiflugphase anschließen, in der das Orbiterfahrzeug von der 747 abgeworfen wird und mit der Besatzung an Bord konventionell landet. Der Beginn dieser entscheidenden Erprobungsphase ist zwischen dem 22. und 27. Juli 1977 geplant. Insgesamt sollen in der Freiflugphase acht Flüge erfolgen, die man bis Januar 1978 über die Bühne bringen will, so daß der Orbiter bis März 1978 zum Marshall Space Flight Center gebracht werden kann, wo - bereits in der aufrechten Startkonfiguration mit Erststufe und Treibstoffbehälter - Vibrationstests gefahren werden sollen. Zum Zeitpunkt, als diese Zeilen geschrieben wurden, waren erst zwei Flüge der ersten Captive Inert"-Testphase absolviert. 747-Testpilot Fitzhugh L. Fulton jr. erklärte nach den beiden Flügen, das Trägerflugzeug mit dem Orbiter am Rücken entspreche im Flugverhalten weit mehr als erwartet einer Standard 747. Natürlich sei der aerodynamische Lärm der 747/Orbiter-Kombination höher, auch trete bei Erhöhung der Fluggeschwindigkeit Buffeting", also Schütteln auf, aber besorgniserregend sei das Flugverhalten bisher - Flughöhe 4880 m und Höchstgeschwindigkeit 460 km/h beim ersten und 6780 m bzw. 530 km/h beim zweiten Flug - nicht im geringsten gewesen. Aerodynamische Probleme im Huckepack" Natürlich kommt dem Buffeting-Verhalten der Kombination ein hohes Maß an Aufmerksamkeit in der Captive Inert"-Phase zu: Die aerodynamische Strömung zwischen dem plumpen Orbiter-Rumpf und dem 747-Leitwerk ist ohne Zweifel problematisch. Zweitens soll das Flatterverhalten der beiden Fluggeräte bei jenen Fluggeschwindigkeiten und in jener Flughöhe mit Akribie untersucht werden, die man für das Abtrennen des Orbiters benötigt: 515 km/h bzw. 8390 m. Wir berichten in FR 6/77 über den weiteren Testverlauf. Dietrich Seidl Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 4/77 Copyright 1977/2002 by Motor-Presse Stuttgart. All rights reserved. Last updated 21 May 2002 FLUG REVUE, Ubierstr. 83, 53173 Bonn, Germany |