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Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 10/77 Space ShuttleAm 12. August dieses Jahres unternahm die NASA mit dem ersten antriebslosen Freiflug des von Rockwell gebauten Space Shuttle einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Wege zum wiederverwendbaren Raumflugkörper.An Bord der Enterprise waren der Kommandant Fred W. Haise, ein Zivilpilot, und der Orbiter-Pilot Oberstleutnant Fullerton von der US Air Force. Die als Trägerflugzeug dienende Boeing 747 wurde von Fitzhugh L. Fulton jr. und Tom McMurty gesteuert. "Alles verlief ganz hervorragend", sagte Haise auf einer Pressekonferenz, die nach dem Flug abgehalten wurde. Co-Pilot Fullerton. der den Shuttle während einer Zwei-Minuten-Flugphase übernommen hatte, fügte hinzu, die Enterprise fliege sich eher wie ein Kampfflugzeug als wie ein Frachtflugzeug. "Es liegt außerordentlich stabil in der Luft", bestätigte er. Insgesamt hatten sich etwa 68 000 Zuschauer im Dryden Flight Research Center in Edwards - dem Landeort - eingefunden, die das historische Ereignis miterleben wollten. Dieser Flug war der erste von acht geplanten, die in Dryden in den nächsten zwölf Monaten durchgeführt werden sollen, um den freien Flug, die Anflugphase und die Landung erproben zu können. Die nächsten Termine sind für Ende August und Mitte September angesetzt. Im einzelnen verlief der erste Flug folgendermaßen: Die 747 mit dem Shuttle auf ihrem Rücken startete von Edwards und benötigte 45 Minuten, um auf die notwendige Höhe von knapp 9000 Meter zu gelangen. Dort ging die Kombination in einen 6-Grad-Sinkflug über und steigerte die Geschwindigkeit auf ca. 580 km/h. Diese hohe Fahrt ist notwendig, um den Geschwindigkeitsverlust auszugleichen, den der Orbiter nach der Trennung erfährt. Unmittelbar vor dem Trennen wurden die Triebwerke der Boeing gedrosselt und die Spoiler gesetzt. Dann betätigte Haise im Cockpit des Shuttle den Knopf zur Auslösung einer Reihe kleiner Explosionen, die das Trennen des Orbiters vom Träger besorgten. Dieses Manöver versetzte die 747 in eine kurze, plötzliche Vertikalbewegung. Schon nach weniger als fünf Sekunden waren zwischen den beiden Einheiten ca. 70 Meter Höhenunterschied. Nun rollte der Jumbo nach links und die Enterprise nach rechts, um genügend Sicherheitsabstand in allen Richtungen zu bekommen. Anschließend machte der Orbiter eine 180-Grad-Kurve und begann den Endanflug auf die 18 km lange Runway 17L. Während des etwa 5 1/2 Minuten dauernden Anfluges testeten die beiden Piloten alle Kontrollfunktionen des Shuttle und führten leichte Rollmanöver durch, wobei eine sehr gute Steuerreaktion der Enterprise festgestellt wurde. Als die Raumfähre laut einem Funkspruch des Kommandanten noch etwa acht Meilen vom Aufsetzpunkt entfernt war, zeigte der Bordcomputer an, daß sie noch genügend Energie hatte, um außer diesen noch weitere neun Meilen zurücklegen zu können. Nach dem Aufsetzen rollte sie etwa zwei Meilen, bevor sie abgebremst wurde. Dieser erfolgreiche, erste Freiflug des Space Shuttle läßt die Hoffnung auf den vollen Abschluß des fünf Flugkörper umfassenden Programms von $ 13 Mrd. wachsen. Dennoch ist es in Gefahr, durch einige Mitglieder der Regierung eingeschränkt oder gar gestrichen zu werden. Nachdem der Rockwell-Bomber B-1 nun eingestellt wurde, richten sich weitere Angriffe gegen den Space Shuttle. So sind z. B. die Nummern Vier und Fünf noch nicht genehmigt. Ohne sie läuft das Fertigungsprogramm nach den ersten drei Mustern 1980 aus. Robert Frosch, der neu ernannte NASA-Administrator, sagte vor der Presse, das Büro für Management und Finanzen - es wird geleitet vom Vertrauten des Präsidenten Bert Lance - habe immer noch nicht entschieden, ob die letzten Orbiter überhaupt gebaut werden sollen. Ihre Streichung würde im Fiskaljahr 1979 Einsparungen von $ 1,5 Mrd. bringen. Der nächste wichtige Schritt bis zum serienmäßigen Einsatz des Orbiters wird im März 1979 der Start von einer Plattform aus in den Orbit sein. Die dazu benutzte Konfiguration wird aus dem Raumgleiter 102 mit drei 230 000-kp-Schubtriebwerken, aus einem externen Tank, der den Flüssigwasserstoff und den Flüssigsauerstoff beinhaltet, und aus zwei Boostern, die je einen Schub von etwa 1,3 Mio. kp an Leistung erbringen, bestehen. Norman Lynn Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 10/77 Copyright 1977/2002 by Motor-Presse Stuttgart. All rights reserved. Last updated 30 September 2002 FLUG REVUE, Ubierstr. 83, 53173 Bonn, Germany |