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Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 12/77 Erwägt Bremen Beteiligung an VFW-Fokker?Bürgermeister Hans Koschnik, Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Bremen, hält ein Engagement des Landes Bremen an VFW-Fokker keineswegs für ausgeschlossen. "Wenn es notwendig sein sollte, werden wir in Bremen uns - wenn auch nur vorübergehend - beteiligen. Eine solche Staatsbeteiligung würde sich vor allem für den Fall ergeben, daß sich bei Strukturüberlegungen eine Situation ergeben sollte, in der die Länder Bremen und Niedersachsen Eigner sein müßten, um die regionalwirtschaftlichen Interessen des Unterweserraumes erfolgreich vertreten zu können. Indessen betonte Koschnik erst kürzlich, daß diese Situation "bis heute nicht gegeben sei", obwohl er ein solches Engagement auch gegenüber dem Bundeskanzler keineswegs ausgeschlossen habe.Im Zusammenhang mit einem Staatsengagement an VFW-Fokker, die der Gesamtbetriebsratsvorsitzende und Arbeitnehmeraufsichtsratsmitglied Erwin Hilbrink mehrfach forderte, ist Bürgermeister Koschnik der Meinung, daß staatliche Manager die Probleme grundsätzlich nicht besser regeln oder lösen können als diejenigen, die 10 oder 20 Jahre im Unternehmen dafür tätig seien. Koschnik forderte die Unternehmer auf, Konzepte für eine Neuordnung vorzulegen. "Ich kann nur davor warnen, diese Konzepte nur von Beamten, seien sie noch so qualifiziert, zu erwarten. Entwickelt werden müssen diese Konzeptionen von der Wirtschaft selbst." Koschniks Interesse an VFW-Fokker ist im Zusammenhang mit einer von ihm verfolgten Absicherung der Industriestruktur des Nordens in seiner Gesamtheit zu sehen. Nicht nur die Luft- und Raumfahrtindustrie sondern die gesamte metallurgische und metallverarbeitende Industrie der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben große Probleme zu bewältigen. Koschnik glaubt, daß er solche Probleme besser als Nichteigner bewältigen könne, dies gebe einen größeren Handlungsspielraum. Hierbei sei er in völliger Übereinstimmung mit dem Ministerpräsidenten Ernst Albrecht. Mehr Wartungsaufträge für VFW-FokkerUm die Beschäftigung im Werk Lemwerder von VFW-Fokker zu bessern, soll das Unternehmen mehr Wartungsaufträge der Bundeswehr erhalten. Zur Zeit erhält Lemwerder 25 F-104 Starfighter pro Jahr zur Betreuung. Diese Zahl soll 1978 auf 36 angehoben werden.Wie ,;billig" wäre der Abbruch des Programms VFW-614?Im Laufe dieser Wochen und Monate wurde sehr viel über die Frage diskutiert, ob das Programm der VFW-614 wegen der bisher unbefriedigenden Absatzlage abgebrochen werden soll oder nicht. Daß ein Stop der VFW-614 nicht zu einer sofortigen völligen Entlastung des Bundeshaushalts führen wird, geht aus einer Vergleichsrechnung des Grüner-Berichtes I (1976) hervor. In der Zwischenzeit seit Verfassen dieses Berichtes mögen sich die darin aufgeführten Beträge zwar etwas geändert haben, aber es bleibt doch aufschlußreich, am Beispiel der VFW-614 zu sehen, daß der Abbruch eines so weit fortgeschrittenen Programms noch für lange Jahre erhebliche Kosten mit sich bringt. Wir zitieren aus Grüner I folgende Kostenaufstellung:Vergleichsrechnung der Haushaltsbelastungen 1976-1980 (Fortsetzung/Abbruch) Mehrkosten Triebwerk 25/25 Weiterentwicklung 40/0 Restabgeltung Rolls Royce (keine Rechtsverpflichtung) 0/50 Vermarktungshilfen Produktion 115/0 Absatz 56/0 Serienbürgschaftsausfall 0/66 1981 ff Weiterentwicklung 30/0 Vermarktungshilfen Produktion 40/0 Absatz 293/0 Serienbürgschaftsausfall 150/211 1976 ff. insgesamt 513/211 Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Inside | Datafiles | FR 12/77 Copyright 1977/2002 by Motor-Presse Stuttgart. All rights reserved. Last updated 4 Dezember 2002 FLUG REVUE, Ubierstr. 83, 53173 Bonn, Germany |