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Dassaults neues Kampfflugzeug: Erstflug noch 1978?

SUPER MIRAGE 4000

Frankreichs Kampfflugzeug der nächsten Generation wird wieder ein Deltaflügler sein. Seit fast achtzehn Jahren stehen zahlreiche Versionen der vielfach bewährten Flugzeugfamilie Mirage III/5/F.1 im aktiven Truppendienst. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die neuen Dassault-Kampfflugzeuge Mirage 2000/Super Mirage 4000.

Zu den gegenwärtig erfolgreichsten Kampfflugzeugen der Welt gehört das französische Baumuster Mirage, dessen verschiedene Versionen bei den Luftstreitkräften von dreißig Ländern im aktiven Truppendienst stehen. Allen voran die Mirage III/5, von der bisher allein über 1350 Maschinen gebaut wurden. Ihre Serienfertigung wird jedoch Mitte dieses Jahres auslaufen und dann voll in die der Mirage F.1 übergehen.

Super Mirage 4000

Für letztere bahnt sich aber allem Anschein nach ein ähnlicher Erfolg an, denn Ende 1977 belief sich die Auftragslage auf 540 Maschinen verschiedener Ausführungen. Im Herbst 1973 begann bei Dassault-Breguet die Entwicklung des sogenannten Avion de Combat Futur (ACF). Es war als zweistrahlige Weiterentwcklung der Mirage F.1 vorgesehen. wurde allerdings schon nach zwei Jahren wegen der enorm angestiegenen Gesamtkosten wieder aufgegeben.

Man wandte sich daraufhin dein weniger aufwendigen Luftüberlegenheitsjäger Mirage 2000 zu, einem einstrahligen Deltaflügler modernster Konzeption. Diese Maschine, von der fünf Prototypen gebaut werden, gleicht in ihrer äußeren Konzeption zwar weitgehend einer modifizierten Mirage III, stellt aber hinsichtlich ihrer Aerodynamik und Ausrüstung ein völlig neues Flugzeug dar. Der erste Prototyp befindet sich bereits im französischen Flugversuchszentrum Istres bei Marseille und sein Jungfernflug steht unmittelbar bevor.

Die Armee de l'Air plant die Beschaffung von mindestens 130 ein- und zweisitzigen Mirage 2000, deren erste Serienflugzeuge Ende 1981 ausgeliefert werden sollen. Nach einer gründlichen Erprobung unter Einsatzbedingungen sollen sie dann zwei Jahre später ihren Truppendienst aufnehmen. Als Triebwerk kommt bei den Prototypen der Mirage 2000 das SNECMA M.53-2 zum Einbau. dessen Nachverbrennungsschub bei 8500 kp liegt. Für die Serienflugzeuge sind die schubstärkeren Versionen M.53-5 und -7 vorgesehen. Ihre Angriftsbewaffnung besteht standardmäßig aus zwei fest eingebauten 30 mm-DEFA-Kanonen und Luft-Luft-Lenkwaffen des modernen Typs Super 530 von Matra.

In ihrer sekundären Einsatzaufgabe als Jagdbomber kann sie an neun Außenstationen bis zu 5000 kg Kampfmittel mitführen. Sie ist auf der rechten Seite des Rumpfvorderteils mit einem Flugbetankungsausleger ausgestattet und verfügt ferner über einen Fanghaken. Um das Gewicht der Zelle niedrig zu halten, griff man bei der Konstruktion gewisser Bauteile auf moderne Verbund-Werkstoffe zurück. Dazu gehörten vor allem die Elevons, aber auch die automatischen Slats. Die Flugsteuerung der Mirage 2000 erfolgt ausschließlich über ein elektronisches Impulssystem. Nach offiziellen Angaben wird die 15 000 kg schwere Maschine jedem vergleichbaren Muster in Ost und West überlegen sein. Ihre rechnerischen Flugleistungen sind bedeutend besser als die der Mirage III, und sie soll sogar in der Lage sein, die F-15 Eagle auszukurven.

Für Dassault-Breguet ist die Entwicklung der Mirage 2000 das gegenwärtig bedeutsamste Vorhaben. Unmittelbar nach der Einstellung des ACF-Programms gab die Firma jedoch die Entwicklung eines weiteren Deltaflüglers auf eigene Kosten bekannt. Er führte anfangs die Bezeichnung Super Mirage Delta und lange Zelt war lediglich bekannt, daß es sich bei dem nein Muster um eine zweistrahlige Abwandlung der Mirage 2000 handelt. Ende 1977 wurde schließlich Schleier des Geheimnisses gelüftet. Abgesehen von ihrer Zweistrahligkeit und dem damit verbundenen neuen Rumpf gleicht die nunmehr mit Super Mirage 4000 bezeichnete Maschine weitgehend der Mirage 2000, wie unsere Bilder deutlich zeigen. Neu sind lediglich zwei kleine Stützflügel im oben, Bereich der Lufteinläufe. Diese sorgen nicht für eine bessere Längsstabilität, sondern in gewissem Sie auch für STOL-Eigenschaften. Bei der schwedischen Viggen und der israelischen Kfir haben sie sich jedenfalls hervorragend bewährt.

Dem Vernehmen nach handelt sich bei der Super Mirage 4000, deren Entwicklung im September 1976 begann, um ein Kampfflugzeug für Luftangriff, Luftüberlegenheitsjagd und Luftaufklärung. Als Triebwerkanlage kommen zwei SNECMA M.53 zum Einbau, die der etwa 26 000 kg schweren Maschine eine Spitzengeschwindigkeit von Mach 2.0 ermöglichen sollen.

Nach Angaben von Dassault-Breguet ist die Super Mirage 4000 in erster Linie für den Export vorgesehen. Seitens der Armee de l'Air besteht gegenwärtig und in naher Zukunft kein dringender Bedarf für ein Flugzeug dieser Kategorie. Es könnte jedoch durchaus möglich sein, daß die Super Mirage 4000 ab Mitte der achtziger Jahre die Mirage IV ablöst, von der ja bekanntlich immer noch 62 Maschinen fliegen. Der erste Prototyp soll im Oktober dieses Jahres fliegen.
Text: Hans Redemann
 


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Letzte Änderung: 11 März 2003
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