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F-14: SCHWIERIGKEITEN NACH DER INDIENSTSTELLUNG BEI DER US NAVYDie deutsche Luftwaffe sollte im Rahmen der Einführung eines Kampfflugzeugs der nächsten Generation bei der Truppe sorgfältig die Erfahrungen beobachten, die die US-Navy nach Indienststellung ihres Kampfflugzeugs Grumman F14 Tomcat machte.Die 26 Tonnen schwere zweistrahlige Maschine mit dem Doppel-Leitwerk ist nach Firmenangaben z. Z. das fortgeschrittenste Kampfflugzeug der Welt. Es ist aber auch der kostspieligste Jäger der westlichen Welt - Programmkosten pro Flugzeug: $ 20 Mio. Und ein F-14-Flugzeugwert in Höhe von $ 500 Mio. (darunter auch die mitgeführten Luft-Luft-Lenkwaffen Phoenix) ist inzwischen durch Unfall verlorengegangen. Sieben US-Piloten wurden getötet, und 25 von bisher 270 gebauten Flugzeugen gingen durch Absturz verloren. Als die F-14 vom Teststadium in den Truppendienst ging, stieg die Zahl der F-14-Unfälle an. Es gab je einen Unfall in den Jahren 1970, 1972 und 1973. Dann stürzten zwei Maschinen im Jahre 1974, fünf 1975, sechs 1976 und neun Flugzeuge 1977 ab. Die Unfallursachen sind vielfältig: Ein Pilot vergaß, vom Flächentank auf den Haupttreibstoffbehälter umzuschalten und stürzte aufgrund von Treibstoffmangel ab. Nicht wenige Unfälle ereigneten sich durch das Ausfallen der Pratt & Whitney-Triebwerke. Und in einem anderen Fall hatte der Pilot die Kontrolle über das Flugzeug verloren. Die ersten wenigen F-14-Crashes schienen noch nicht auf ein generelles Problem hinzudeuten: Die erste F-14 stürzte 1970 nach einem durch starke Vibration ausgelösten Hydrauliksystem-Fehler ab, 1972 eine andere F-14 nach dem Start aus immer noch nicht geklärten Gründen. 1973 traf ein F-14-Pilot mit der von ihm abgefeuerten Luft-Luft-Lenkwaffe des Typs Sparrow das eigene Flugzeug. Anfang 1974 trat eine Reihe von Triebwerkfehlern auf. Die F-14 erhielt über längere Zeit Flugverbot. Während die US-Navy und Grumman nach der schließlich erteilten Flugfreigabe versuchten, die Situation unter Kontrolle zu halten, setzte sich die Unfallserie fort. Im Juni und Oktober 1975 wurden zwei F-14 durch den Bruch von Bläserschaufeln zerstört. Bei Pratt & Whitney begann man, die 350 bereits zum Einbau gelangten Triebwerke zu modifizieren und die Änderungen in die Serienfertigung zu übernehmen. Trotzdem stürzte eine mit allen diesen Verbesserungen ausgerüstete F-14 über See ab - nur Kleinteile konnten aus ca. 1000 m Tiefe geborgen werden. Nach aufwendigen, erneuten Triebwerkverbesserungen (Kosten: $ 200 Mio.) traten andere Probleme auf: Die F-14 ist bei Regen undicht. Wenn eine F-14 bei Nacht startet, arbeitet der Bordcomputer nicht. Der Fernsehschirm und der künstliche Horizont im Cockpit stellen ihren Dienst ein. Durch Lecks fielen die elektrisch betätigten Flächenspoiler einer anderen F-14 aus - sie stürzte im Dezember 1976 ab. Weitere Maschinen gingen durch Fehler im elektronischen Steuerungssystem verloren. Was sind nun die Gründe für die zahlreichen F-14-Schwierigkeiten? Wie aus einigen Quellen verlautet, hatte man es mit der Serienreifmachung und der Einführung bei der Truppe zu eilig. Erprobung und Produktion wurden parallel - zur gleichen Zeit - durchgeführt. Die Leistungsforderungen waren zu breit angesetzt. Und vielleicht hat man bei der Firma Grumman zu viel versprochen, und eventuell war man auf Navy-Seite zu anspruchsvoll: Man forderte von der Maschine, mit geringer Anfluggeschwindigkeit auf dem Flugzeugträger-Deck zu landen, aber schnell genug zu sein, um eine MiG-23 abfangen zu können. Ein Luftüberlegenheitsjäger wiederum muß beweglich genug für den Luftkampf sein, andererseits aufwendige Elektronik mitführen können, um die Phoenix-Lenkwaffe zum Verschuß zu bringen. Weil die F-14 aufgerufen war, eine große Missions-Bandbreite abzudecken, ... haben wir das Flugzeug extremen Anforderungen ausgesetzt. Wir sind damit auf neues Territorium vorgedrungen, für das wir jetzt den Preis bezahlen, erklärt dazu Admiral John Alvis, bis vor kurzem F-14-Program Manager der US-Navy. Norman Lynn
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