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Auf der ILA `78 in Hannover erstmals vorgestellt

DORNIER LTA

Ein neues deutsches Zivilflugzeug-Projekt

Dornier präsentierte bei der ILA '78 in Hannover erstmals öffentlich das Projekt LTA (= Light Transport Aircraft), eines neuen Zubringer/Mehrzweckflugzeugs mit Propellerturbinenantrieb und einem Tragflügel Neuer Technologie (TNT). Zwar ist die technische Auslegung noch nicht endgültig definiert, aber die ersten Marktreaktionen waren so positiv, daß mit dem Programmbeginn bald zu rechnen ist.

Nach den anhaltend guten Verkaufsergebnissen des seit über einem Jahrzehnt produzierten Mehrzweck-Arbeitsflugzeugs Dornier Skyservant plant Dornier nun eine konsequente Verbreiterung der Angebotspalette. Außer der ständigen marktgerechten Modellpflege für die Skyservant und der eventuellen Ergänzung durch die Turbo-Skyservant laufen schon seit geraumer Zeit Studienarbeiten für ein völlig neues, größeres Muster für 19 - 25 Passagiere oder 2,5 t Nutzlast (siehe erste Informationen in FR 5/78).

Dornier LTA

Um ein Optimum an Zuladungsmöglichkeit und Flugleistung zu erzielen, sollen sowohl modernste Fertigungsverfahren (Integralbauweise und Verbundwerkstoffe) als auch neueste Erkenntnisse der Aerodynamik angewandt werden. Die tragenden Strukturen sollen als mechanisch (NC) gefräste Integralbaugruppen ausgeführt werden, während für Landeklappen und Steuerflächen, Flügel- und Leitwerknasen sowie Fahrwerksgondeln, Bug- und Heckkonus diverse Verbundwerkstoffe vorgesehen sind. Dabei können die Erfahrungen verwertet werden, die im Rahmen des Alpha Jet-Programms gewonnen wurden.

Was die aerodynamische Auslegung betrifft, so baut Dornier auf die im Auftrag des Bundesforschungsministeriums durchgeführten Vorarbeiten für einen „Tragflügel Neuer Technologie" mit superkritischem Profil, Einfachspaltklappe und Dreiecksrandbogen. Damit sollen gegenüber herkömmlichen Flügelkonzepten erheblich bessere Gleitzahlen und damit deutlich höhere Leistungen erzielt werden. Um diese Verbesserungen in der Praxis zu erproben, wird bei Dornier eine Skyservant mit einem TNT-Versuchsflügel ausgestattet. Dieses Experimentalflugzeug (siehe FR 1/78) soll im Frühjahr 1979 zum Erstflug starten und bis Mitte 1980 erprobt werden.

Während man bei Dornier für das LTA-Projekt zunächst einen abgerundeten Rechteck-Rumpfquerschnitt und ein Normalleitwerk untersucht hatte, zeigt das jetzt vorgestellte Konzept einen kreisrunden Rumpfquerschnitt und ein T-Leitwerk. Die neue Rumpfauslegung ermöglicht nun auch Versionen mit Druckkabine für größere Flughöhen und entsprechend bessere Leistungen. Die Rumpfinnenbreite wurde mit 2,31 m so gewählt, daß drei Sitze nebeneinander mit Mittelgang (1,80 m Stehhöhe) Platz finden.

Bei nahezu 7 m Kabinenlänge sind damit im Zubringer (Commuter-) Einsatz 19-25 Passegiersitze möglich, in Executive-Ausführung können in komfortabler Ausstattung 10 Fluggäste befördert werden, und im militärischen Einsatz besteht die Möglichkeit, 22 Soldaten oder 12 Tragbahren plus 6 Begleitersitzen unterzubringen. Selbstverständlich sind im Mehrzweckeinsatz verschiedenste Zuladungs- und Ausrüstungsvarianten möglich für Frachttransport, Photogrammetrie, Erderkundung,, Seeraumüberwachung etc.

Als Triebwerke sind zwei Propellerturbinen Garrett AiResearch TPE 331 vorgesehen, entweder in der Version-5 mit 725 WPS (wie im Versuchsträger Skyservant TNT) oder -10 mit 865 WPS. Untersucht werden aber auch die Triebwerksmuster Pratt & Whitney PT 6A-34 mit 750 WPS und Lycoming LTP 101-700A2 mit 725 WPS (eine gedrosselte Version dieses Triebwerks wurde in die Turbo-Skyservant eingebaut). Mit den Vierblattpropellern von Hartzell mit 2,73 m Durchmesser soll der Geräuschpegel bei nur 78 dBA liegen.

Das Fahrwerk wird, ebenso wie die Landeklappen hydraulisch betätigt. Alle Räder fahren nach vorne ein, die Hauptfahrwerksbeine in seitliche Rumpfwülste.

Die errechneten Flugleistungen sind für ein Flugzeug dieser Gewichts- und Einsatzklasse sehr günstig. Die maximale Reisegeschwindigkeit liegt bei 440 km/h und die Reichweite (mit 19 Passagieren und IFR-Reserve) bei 600-900 km. Die maximale Reichweite wird mit 2100 km angegeben.

Dornier bezeichnet die Marktaussichten für ein Flugzeug dieser Größen- und Leistungsklasse als gut. Bisher durchgeführte Marktanalysen haben ergeben, daß für das LTA mittel- bis langfristig ein internationaler Markt von mehr als 1000 Maschinen existiert. Weit über 50 Optionen liegen bei Dornier für dieses Projekt bereits jetzt vor.

Definitive Preisangaben wurden noch nicht veröffentlicht, doch wird man alles tun, um bei modernster Technologie eine marktgerechte Kalkulation zu ermöglichen. Bei Dornier ist man sich darüber im klaren, daß hier der Schlüssel für einen durchschlagenden Markterfolg dieses technisch vielversprechenden Projektes liegt, ähnlich, wie er schon dem derzeitigen „Arbeitspferd" der Firma, der Do-28D-2 Skyservant beschieden ist.
Text: Peter Pletschacher Fotos: Dornier GmbH
 


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Letzte Änderung: 25 Juni 2003
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