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US-Technologie für britisches V/STOL-Konzept AV-8BAm 9. November 1978 flog erstmals die Advanced Harrier" AV-8B, die McDonnell Douglas im Auftrag des US Marine Corps aus der bewährten britischen Harrier (beim USMC unter der Bezeichnung AV-8A im Einsatz) entwickelte. Durch Anwendung neuester Technologien wurde dabei praktisch eine Verdoppelung der Leistung erzielt. Nach intensiver Erprobung soll diese Super-Harrier" 1983 in Serie gehen.Ende 1973 bzw. Anfang 1974 untersuchten die britische und die amerikanische Regierung verschiedene Möglichkeiten für eine fortschrittliche Version des V/STOL-Kampfflugzeuges Hawker Siddeley Harrier, das schon mit beachtlichem Erfolg bei der Royal Air Force und beim US Marine Corps Dienst tat. Erklärtes Ziel dieses Advanced Harrier-Programms war es, ohne große Änderungen an der vorhandenen Zelle die Waffenzuladung bzw. den Einsatzradius zu verdoppeln. Die Hoffnungen auf einen Entwurf, der die Forderungen beider Staaten erfüllen würde, mussten aber im März 1975 aufgegeben werden, als der damalige British Secretary of State for Defence, Roy Mason, erklärte, es gäbe keine genügend große gemeinsame Grundlage für uns, um eingemeinsames Programm mit den USA durchzuführen". Daraufhin wurden die weiteren Entwicklungs-Studien für die neue amerikanische Version in erster Linie von McDonnell Douglas weitergeführt, um die Forderungen der US Navy und des US Marine Corps zu erfüllen. Letztere Teilstreitkraft hat einen Bedarf von etwa 350 Einheiten und gab daher ein Programm in Auftrag, zwei Standard AV-8A Harrier zu Prototypen der verbesserten AV-8B umzurüsten. Die geforderte Leistungssteigerung soll bei diesem Projekt ausschließlich durch aerodynamische Änderungen erzielt werden, während das Triebwerk F402-RR-402 (Rolls-Royce Pegasus 11), das über einen variablen Schubvektor verfügt und schon in der AV-8A zur Anwendung kommt, beibehalten wird. So spart man sich die Entwicklungskosten für das geplante Pegasus 15, das man ursprünglich für nötig hielt. Die wichtigsten Änderungen der AV-8B gegenüber der AV-8A umfassen einen superkritischen Flügel aus Graphit-Epoxy-Verbundwerkstoffen, der Gewicht spart und bessere Überlebens-Chancen und Lebensdauer verspricht. Ferner wurden das Cockpit angehoben und größere Landeklappen sowie hängende Querruder installiert. Die Lufteinläufe wurden umkonstruiert und zusätzliche Leitbleche an den Kanonenblätter-Unterseiten angebracht. Eine weitere Änderung ist eine einfahrbare Klappe unmittelbar vor den Kanonenblättern, die im ausgefahrenen Zustand den VTOL-Auftrieb verbessert und das Ansaugen der Triebwerksabgase reduziert. Bei der Serienfertigung wird McDonnell Douglas Hauptauftragnehmer und British Aerospace einer der wichtigsten Unterauftragnehmer sein. Als Hauptauftragnehmer für das Triebwerk ist entweder Pratt & Whitney oder Rolls-Royce vorgesehen. Technische Details Die Tragflächen sind freitragend und weitgehend ähnlich denen der AV-8A, weisen aber superkritisches Profil, eine um 20 Prozent größere Spannweite und eine um 14 Prozent größere Fläche auf. Die Flügeldicke liegt bei 11,5 Prozent an der Wurzel und bei 7,5 Prozent an der Spitze. Die Vorflügel sind um 10Grad weniger gepfeilt, die inneren Landeklappen besitzen keine Pfeilung. Wichtigste Änderungen am Rumpf sind die schon erwähnten zusätzlichen Leitbleche und die ausfahrbare Klappe vor den Kanonenbehältern, die in der VTOL-Phase einen Kasten" bilden, der die vom Boden reflektierten Abgase wieder zum Boden umlenkt und somit zur VTOL-Auftriebssteigerung beiträgt. Die beiden äußeren Stützräder von Dowty Rotol/Cleveland wurden weiter nach innen - etwa auf die halbe Spannweite - zwischen Landeklappe und Querruder versetzt. Das Rolls-Royce-Triebwerk Pegasus Mk803 (F402-RR-402) mit variablem Schubvektor leistet 95,64 kN (ca. 9560 kp). Der Lufteinlauf erhielt eine elliptische Einlauflippe und eine doppelte (anstelle der einfachen) Reihe von Ansaugklappen. Die Treibstoffkapazität der inneren Tanks (Rumpf und Flügel) stieg von 2268 kg bei der AV-8A auf 3402 kg bei der AV-8B. An allen vier inneren Unterflügelstationen können Zusatztanks mitgeführt werden. Die Avionik umfaßt unter anderem ein Mikrowellen-Landesystem, ein Mehrzweck-Darstellungsgerät für Flug- und Kampf-Informationen und ein Flugzustands-Haltesystem für Geschwindigkeiten von 0 bis 463 km/h. Die Bewaffnung besteht aus zwei Kanonenbehältern unter dem Rumpf, die entweder mit einer amerikanischen 20 mm-Kanone oder mit der 30 mm Aden bestückt werden können. Die Waffenaufhängungspunkte befinden sich unter dem Rumpf zwischen den Kanonen (eine) und unter den Tragflächen (je drei). Sie können insgesamt maximal 4173 kg an verschiedenen Lasten aufnehmen. Abmessungen der AV-8B: Spannweite: 9,25 m Länge über alles: 14,12 m Höhe über alles: 3,55 m Gewichte: Einsatzgewicht leer: 5693 kg Max. Startgewicht (STO): 13403 kg Max. Startgewicht (VTO) 8550 kg Entwurfslandegewicht: 8799 kg Leistungen: Einsatzradius mit 3538 kg Außenlasten und VTO: 185 km Einsatzradius mit 12 Mk 82 Snakeye-Bomben und internem Treibstoff bei STO (305 m) und einer Stunde Warteflug: über 278 km Einsatzradius mit sieben Mk 82, äußeren Zusatztanks, ohne Warteflug: mehr als 1204 km Text: John W. Taylor
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