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DEUTSCHE LUFTWAFFE 1979Angesichts des Bedrohungspotentials der Ostblockstaaten bedarf es einer ständigen Wachsamkeit. Dies gilt insbesondere für die Luftwaffe.Bei allen Betrachtungen über den Kampfwert der deutschen Luftwaffe spielen zukunftsorientierte Technologien in Verbindung mit neu zu beschaffenden Baumustern eine primäre Rolle. Noch in diesem Jahr sollen dem in Fürstenfeldbruck stationierten Jagdbombergeschwader 49 die ersten Maschinen des neuen LNU-Flugzeugs Alpha Jet zugewiesen werden. Dieser aus der Waffenschule 50 hervorgegangene Verband gilt seit 1. Oktober 1978 als Lehr- und Versuchsgeschwader für den von Dornier und Dassault gemeinsam entwickelten Alpha Jet. Die mit zwei Larzac 04-Triebwerken ausgerüstete Maschine entspricht zwar noch nicht ganz den Anforderungen der Luftwaffe, sie wird aber dennoch ab Sommer 1979 die Nachfolge der seit achtzehn Jahren im aktiven Truppendienst stehenden Fiat G.91 antreten. Neben dem JaboG 49 werden noch die Leichten Kampfgeschwader 41 (Husum) und 43 (Oldenburg) auf den Alpha Jet umrüsten. Beide erhalten danach den Status von Jagdbombergeschwadern. Obwohl die F-104G noch bis Anfang der achtziger Jahre zur ersten Garnitur der Luftwaffe zählen wird, sind auch ihre Tage gezählt. Ab Sommer 1982 muß der Starfighter dem neuen Mehrzweck-Kampfflugzeug Tornado Platz machen, das dann seinen aktiven Truppendienst bei der Luftwaffe aufnehmen wird. Als erster Verband soll das in Nörvenich stationierte JaboG 31 Boelcke" auf den zweistrahligen Schwenkflügler umrüsten. Nach und nach werden ihm die Jagdbombergeschwader 32 (Lechfeld), 33 (Büchel) und 34 (Memmingen) folgen. Die Serienfertigung der Tornado läuft in den drei am Gesamtprogramm beteiligten Ländern auf vollen Touren und schon Ende 1979 soll dem Tri-National Tornado Training Establishment (TTTE) in Cottesmore/Leicestershire der aus der deutschen Fertigung stammende Tornado-Trainer GT 001 zugewiesen werden. Zusätzlich ist auf dem RAF-Stützpunkt Honington/ Suffolk eine Joint Weapons Conversion Unit (JWCU) vorgesehen. Von der Tornado wird die Luftwaffe bekanntlich 212 Maschinen in Dienst stellen und die erwähnten vier Verbände bis 1988 umrüsten. Sie verfügt dann über ein Hochleistungs-Waffensystem, das mehr als 8000 kg Kampfmittel mitführen und sechs Einsatzaufgaben erfüllen kann. Dank modernster Avioniksysteme ist die über 23 t schwere Maschine in der Lage, sogar in Bodennähe noch mit Mach 1,0 operieren zu können. Interceptor-Aufgaben werden von zwei Jagdgeschwadern wahrgenommen, dem JG 71 Richthofen" (Wittmundhafen) und JG 74 Mölders" (Neuburg/Donau). Beide sind mit der F-4F Phantom II ausgerüstet, die von McDonnell Douglas aus der F-4E abgeleitet wurde und sich als Tactical Fighter" bis heute hervorragend bewährt hat. Mit diesem Flugzeug sind noch zwei Jagdbombergeschwader ausgerüstet, die JaboG 35 (Pferdsfeld) und 36 (Hopsten), die aber vorwiegend taktische Aufgaben zu erfüllen haben. Seit geraumer Zeit wird auch über ein modernes Nachfolgemuster der F-4F gesprochen und zwar nicht nur über das Taktische Kampfflugzeug der neunziger Jahre" (TKF 90), sondern als Zwischenlösung auch über die F-15A Eagle und F-18L Cobra. Mit beiden wurden bereits Operational Research Studies durchgeführt, die allerdings routinemäßigen Charakter hatten. Eine diesbezügliche Entscheidung wird sicher nicht vor Mitte der achtziger Jahre zu erwarten sein. McDonnell Douglas RF-4E Da die Bundesrepublik Deutschland an der unmittelbaren Grenze des sowjetischen Machtbereichs liegt und somit keinerlei Vorfeld" hat, verdient die taktische Luftaufklärung besondere Beachtung. Seit langem gilt diese als ausgezeichnetes Mittel, vom Gegner nicht überrascht zu werden. Mit ihrer Hilfe kann man sich ein nahezu lückenloses Bild über Stärke, Absichten und Bewegungen des Gegners machen und ist somit in der Lage, eine Aggression" zu identifizieren. Zwei Aufklärungsgeschwader stehen zur Verfügung, die AG 51 Immelmann" (Bremgarten) und 52 (Leck). Beide sind mit der allwettertauglichen RF-4E Phantom II ausgerüstet, die zu den gegenwärtig modernsten Aufklärern gehört. Sie verfügt u. a. auch über ein Seitensichtradar (SLAR) und fliegt ihre Einsätze vorwiegend im schnellen Tiefflug. Zwei Geschwader bilden die Transportkomponente der Luftwaffe, die LTG 61 (Landsberg) und 63 (Hohn). Beide sind mit der C.160D Transall ausgerüstet, die gemeinsam mit der französischen Luftfahrtindustrie entwickelt wurde und u. a. auch bei der Armee de l'Air im aktiven Truppendienst steht. Auf nahezu alle Geschwader verteilt sind über hundert Maschinen des zweimotorigen STOL-Transporters Do28D-2 Skyservant. Diese überaus robuste Maschine hat sich wegen ihrer Vielseitigkeit als Arbeits- und Kurierflugzeug hervorragend bewährt. Das in Ahlhorn stationierte Hubschrauber-Transportgeschwader (HTG) 64 ist in erster Linie für militärische und zivile SAR-Einsätze zuständig. Es ist mit dem Hubschrauber Bell UH-1D ausgerüstet, der in den achtziger Jahren ebenfalls durch ein modernes Muster ersetzt werden soll. Fazit: Die deutsche Luftwaffe hat in den vergangenen Jahren wiederholt beweisen können, daß sie allen an sie gestellten Aufgaben gewachsen war. Sie wird dies auch weiterhin tun und sieht der Zukunft trotz besorgniserregender Rüstungsanstrengungen des Warschauer Pakts mit konzentrierter Gelassenheit entgegen. Text: Hans Redemann
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