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B3LA IN NEUER VERPACKUNG

Nach Ablehnung des B3LA-Projekts, das der hohen Kosten wegen als nicht tragbar erschien, präsentierte das staatliche Materialamt der Regierung eine neue Projektstudie, die in Zusammenarbeit mit der Industrie erarbeitet wurde und die Kosten einer Neukonstruktion in den kommenden fünf Jahren in etwa auf die bereits bewilligten Budgetzahlen reduzieren würde.

Saab B3LA

Bei diesem neuen Projekt, das die Bezeichnung SK38/A38 führt, soll es sich um eine verbilligte und zeitlich hinausgezögerte Variante der B3LA handeln. Sowohl der Oberbefehlshaber der schwedischen Armee als auch der Chef der Luftstreitkräfte erklärten, daß die Einsatzdauer (Indiensthaltung) der Kampfflugzeuge vom Typ Saab 35 Draken sowie der Trai nerversion SK 60 (Saab 105) durch einige Modifikationen verlängert werden könne, womit die verzögerte Ablieferung des neuen Flugmaterials an die Truppe zu kompensieren wäre.

Aus einer allfälligen Neukonstruktion SK 38/A38 würden sich gewisse Unsicherheiten bezüglich Einsatzdauer und Kostenentwicklung ergeben, was sich auch auf die Zahl der zu beschaffenden Einheiten auswirken müßte.

Beim Projekt A-20 dagegen handle es sich um die dritte Generation der Viggen-Baureihe und damit um die - wenn auch weiterentwickelte, so doch überholte - Technik der sechziger Jahre. Das Waffensystem Saab 37 Viggen eigne sich besser für den Einsatz im Raum der Ostsee, wogegen eine leichtere Erdkampfvariante SK 38/A38 für den Einsatz im hohen Norden einsetzbar wäre. Beide Projekte sollen die an sie gestellten operativen Anforderungen grundsätzlich erfüllen.

Die industriepolitischen Auswirkungen des zu erwartenden Regierungsentscheids werden unterschiedlich beurteilt. Aus praktischen wie aus neutralitätspolitischen Erwägungen heraus wird der Eigenentwicklung und der Eigenproduktion einem Import ausländischer Baumuster der Vorzug gegeben. Gleicher Ansicht scheint auch die schwedische Regierung zu sein, die zögert, die Basis der hochentwickelten Luft- und Raumfahrtindustrie des Landes zu schwächen, während gleichzeitig andere wichtige Industriezweige mit Schwierigkeiten kämpfen und die mit dem Bau von Atomkraftwerken befaßten Konzerne politisch niedergehalten werden.

Das Ganze wird daher zu einer Frage der Wettbewerbsfähigkeit der schwedischen Industrie: In erster Linie geht es um die Frage, ob Schweden aus außenpolitischen Gründen über eine eigene, international wettbewerbsfähige Flugzeugindustrie verfügen muß oder nicht. In diesem Zusammenhang stehen natürlich auch die hohen Investitionen in militärische Forschungsprojekte sowie der Export von Verteidigungsmaterial ins Ausland.

Die schwedische Regierung wird aber um einen baldigen Entscheid nicht herumkommen, wenn sie schon im Lauf des Monats März dieses Jahres dem Reichstag eine entsprechende Vorlage präsentieren will.
Text: Paul Küng
 


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Letzte Änderung: 8 April 2004
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