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Luftwaffen- Inspekteur General Obleser übergibt die neuen Flugzeuge an das Jabo G49 in Fürstenfeldbruck

ERSTES ALPHA JET-GESCHWADER IM EINSATZ

Die Umrüstung der deutschen Luftwaffe auf das deutsch-französische Luftnahunterstützungs-Flugzeug hat begonnen. Als erstes Geschwader wurde Ende März das JabG 49 in Fürstenfeldbruck damit ausgerüstet. Im Januar 1981 folgt das JabG 43 in Oldenburg, im Sommer 1981 das JabG 41 in Husum.

Sechseinhalb Jahre nach dem Erstflug des in deutschfranzösischer Zusammenarbeit von Dornier und Dassault-Breguet entwickelten Erdkampf- und Trainingsflugzeugs Alpha Jet wurde am 20. März 1980 das erste Geschwader der Luftwaffe mit diesem Waffensystem in Dienst gestellt.

Alpha Jet in Fürstenfeldbruch (1980)

Vom Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Friedrich Obleser wurden beim JaboG 49 in Fürstenfeldbruck (früher Waffenschule der Luftwaffe WaSLw 50) in einer feierlichen Zeremonie die ersten 32 Maschinen offiziell ihrer Bestimmung übergeben. In seiner Ansprache stellte er die besondere Bedeutung dieses Ereignisses heraus: „Es ist das erste Waffensystem, das vom Konzept angefangen, über die Entwicklung, die Bereitstellung der Geräte und die Ausbildung bis zur späteren Nutzung fast ausschließlich von uns selbst beeinflußt und geschaffen worden ist. Und damit meine ich nicht nur uns Soldaten, sondern auch die Industrie, die Ingenieure, all die vielen Leute, ohne deren Mitwirkung dieses System nicht hätte geschaffen werden können." Der General ging aber auch auf die in den letzten Jahren immer wieder laut gewordene Kritik am Alpha Jet ein. Er betonte, kein modernes Gerät sei frei von Problemen. Das liege daran, daß die Forderungen sehr hoch geschraubt würden und diese Ziele nur schrittweise erreicht werden könnten. Auch das Waffensystem Alpha Jet sei diesem Zwang unterlegen.

In der Pressekonferenz stellte Obleser klar, daß die Triebwerksprobleme nur „aus Ingenieursicht“ bei extremen Flugzuständen aufgetreten seien und zu keinem Zeitpunkt ein Risiko für den Truppenversuch dargestellt hätten.

Nach der Übergabe der Maschinen durch den Luftwaffen-Inspekteur an den Kommodore des JaboG 49, Oberst Wolfgang Sauer, sollten zwölf Alpha Jet des Geschwaders im Formationsflug vorgeführt werden. Die zu niedrige Wolkendecke verhinderte dieses Vorhaben. Obleser: „Unsere Sicherheitsbestimmungen in Friedenszeiten lassen dies nicht zu. Im Ernstfall ist dieses allwetterfähige System natürlich voll einsatzfähig, darauf können Sie sich verlassen!“

Der weitere Zeitplan der Einführung sieht vor, daß im Mai 1980 die Umrüstung des Luftwaffen-Übungskommandos in Beja/Portugal beginnt. Obleser dazu: „Dieses Flugzeug wird wie nie zuvor in einer sehr forcierten Art in die direkte Einsatzrolle gebracht werden, Es wird in ganz kurzer Zeit seine Bewährungsprobe im scharfen Einsatz in Beja unter Beweis stellen müssen. Ich habe keine Zweifel, daß die guten Ergebnisse, die wir bisher mit diesem System zur Kenntnis nehmen konnten, auch im Waffeneinsatz weiterhin bestätigt werden.

Der nächste Meilenstein wird die im Januar 1981 beginnende Umrüstung des Jabot 43 in Oldenburg sein, während das JaboG 41 in Husum ab Juni 1981 den Alpha Jet zugeführt bekommt. Insgesamt wurden für die drei Jabo-Geschwader in Fürstenfeldbruck, Oldenburg und Husum 175 Maschinen bestellt.

Als Nachfolger der Fiat G.91 ist der Alpha Jet bei der Luftwaffe für folgendes Einsatzspektrum vorgesehen:
  • Unmittelbare Bekämpfung feindlicher Landstreitkräfte auf dem Gefechtsfeld (Luftnahunterstützung, einschließlich Hubschrauberbekämpfung und Kampf gegen feindliche Angriffsspitzen),
  • Abriegelung des Gefechtsfeldes,
  • Gefechtsfeldaufklärung,
  • in besonderen Lagen unmittelbare Bekämpfung feindlicher Seestreitkräfte im küstennahen Bereich.
Der Alpha Jet ergänzt sich in seiner Aufgabenstellung mit dem MRCA Tornado und der Phantom F-4, die in den 80er Jahren den Verbund der fliegenden Waffensysteme der deutschen Luftwaffe bilden werden.

Schon heute arbeiten Luftwaffe und Industrie an verschiedenen Möglichkeiten der Kampfwertsteigerung des Alpha Jet, so z. B. an der Anpassung neuartiger Abstandswaffen, an Lenkwaffen, die auch im Tiefflug präzise ins Ziel geführt werden können (evtl. Maverick-Version) und an zusätzlichen weiterreichenden Waffen für die Hubschrauberbekämpfung.

Obleser resümierte: „Das Waffensystem Alpha Jet bietet Möglichkeiten für die Zukunft, die aus heutiger Sicht noch gar nicht voll und ganz übersehen werden können.“   Text: Peter Pletschacher
 


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Letzte Änderung: 10. Mai 2005
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