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First Flight Gallery: HAW AC20.30
 
HAW AC20.30

 
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Erfolgreicher Erstflug in Norddeutschland: Nurflügelflugzeug-Modell zum 100. Jahrestag des Motorflugs gestartet

Forschungsprojekt Passagier-Nurflügelflugzeug AC20.30 am Luftfahrtstandort Hamburg

Hamburg / Itzehoe, 19. Dezember 2003 - 100 Jahre nach dem ersten Motorflug hat das Modell eines Passagier-Nurflügelflugzeugs seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert - ein Konzept, das den Flugzeugbau der kommenden Generation revolutionieren könnte. Auf dem Itzehoer Flugplatz flog das Modell des AC20.30 mit einer Spannweite von mehr als drei Metern und stellte damit unter Beweis, dass die Forscher der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) auf dem richtigen Weg sind. Das Flugzeugprojekt ist Bestandteil eines Forschungsvorhabens des Fachbereichs Fahrzeugtechnik und Flugzeugbau der HAW zusammen mit der TU München und unterstützenden Firmen. Ziele sind neue Kabinenkonzepte und Flugzeugstrukturen zu Nurflügelflugzeug-Studien, die in cirka 30 Jahren im zivilen Luftverkehr einsatzfähig werden könnten. Der AC20.30, der bis zu 900 Fluggästen Platz bieten soll, könnte eine Antwort auf die zukünftigen Herausforderungen der zivilen Luftfahrt bezüglich Passagierwachstum, Kostensenkung, Umweltressourcenschonung und Passagierkomfort sein.

"Der Erstflug ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung eines zivil genutzten Nurflügelflugzeugs", erläutert Werner Granzeier, Professor für Exterior und Interior am Fachbereich Fahrzeugtechnik und Flugzeugbau der HAW. "Er gibt Anlass zur Hoffnung, dass die schwierigen technischen Fragen, die mit dem Nurflügel-Konzept verbunden sind, gelöst werden können."

Konventionelle Flugzeuge bestehen aus einem Rumpf für Passagiere oder Fracht, einem Tragflügel für den Auftrieb und einem Leitwerk für die Aufrechterhaltung der Flugstabilität. Da jedoch nur die Flügel Auftrieb erzeugen, sind aus aerodynamischer Sicht alle anderen Teile eher störend. Seit Beginn des Motorflugs vor 100 Jahren versuchen Ingenieure daher Flugzeuge zu entwickeln, die nur aus Flügeln bestehen. Schon 1910 ließ sich der deutsche Flugzeugingenieur Hugo Junkers seine Idee patentieren, alle nicht zum Auftrieb beitragenden Komponenten einzusparen und das restliche Volumen des Flugzeugs im Flügel unterzubringen. Verschiedene Konstrukteure haben seit den Anfängen des Motorflugs immer wieder Prototypen von Nurflügelflugzeugen sowie kleine Stückzahlen beispielsweise der Horton-Nurflügelflugzeuge in den dreißiger Jahren hergestellt. Heute fliegt jedoch nur der US-Tarnkappenbomber B2.

Nurflügelflugzeuge weisen gegenüber konventionellen Flugzeugen eine Reihe von Vorteilen auf. Sie erzeugen eine bessere Auftriebsverteilung und verbrauchen deshalb weniger Treibstoff, verhalten sich in Kurven stabil und haben ein geringeres Gewicht. Auf der anderen Seite stellen Nurflügelkonzepte Ingenieure und Techniker vor große Herausforderungen, zum Beispiel hinsichtlich der Kabinenkonzeption. So müssen für eine schnelle Evakuierung binnen 90 Sekunden geeignete Fluchtwege eingerichtet werden. Auf Grund der breiten Form werden nur wenige Passagiere einen Fensterplatz haben, was Auswirkungen auf den Flugkomfort hat. Darüber hinaus weisen Nurflügelflugzeuge ein diffiziles Flugverhalten auf, weshalb eine im Gegensatz zu herkömmlichen Flugzeugen komplexere Flugsteuerung erforderlich ist.

Außer an der HAW Hamburg finden Anwendungsstudien zurzeit nur an der Stanford University in Californien statt. Der erfolgreiche Modellflug des AC20.30 stellt deshalb einen ersten Schritt zur Entwicklung eines zivilen Nurflügelflugzeugs im Rahmen von Hochschulforschung mit Industriekooperationen dar. Die Arbeitsgruppe wurde unterstützt von Airbus Deutschland, Daimler Chrysler Forschung und Hamburger kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Der Fachbereich Fahrzeugtechnik und Flugzeugbau der HAW stellt auch hier seine hohe Kompetenz in Lehre und Forschung unter Beweis und präsentiert mit den Studierenden zukunftsbezogene Lösungsvorschläge mit hoher gesellschaftlicher Relevanz
 


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