P 
R 
O 
G 
R 
A 
M 
M 
E

T 
R 
A 
C 
K 
E 
R



Home | Update | Latest Issue | GALLERY| FR Inside | Datafiles

AH-1: Die Versionen

Über eine Million US-Dollar eigene Mittel investierte Bell in die Entwicklung der Cobra. Diese Spekulation zahlte sich aus, als die US Army für den Vietnamkrieg dringend einen Kampfhubschrauber benötigte. Eigentlich war die mit Triebwerks- und Rotorkomponenten der UH-1 gebaute Maschine nur als Übergangslösung gedacht, doch ständige Verbesserungen hielten den Klassiker aktuell. Hier ein Überblck über die zahlreichen Cobra-Varianten mit ein und zwei Triebwerken.

Model 209

Erstflug: 1965
Bell-Bezeichnung für die Produktfamilie. Der erste und einzige Prototyp wurde in nur sechs Monaten im Geheimen auf Firmenkosten gebaut. Er flog erstmals am 7. September 1965 in Fort Worth. Zunächst hatte er noch einziehbare Kufen, doch im Laufe der Erprobung wurden mehrfach Änderungen vorgenommen, so dass die Maschine zum Schluss fast dem Serienstandard entsprach.

AH-1G HueyCobra

Erstflug: 1966
Neu gebaut: 1119
Erste Serienausführung. Nach Vergleichstests wählte die US Army den Bell-Entwurf am 7. April 1966 aus und orderte zwei Versuchsmaschinen für 2,7 Mio. US-Dollar. Sechs Tage später folgte ein erster Produktionsvertrag für 110 Hubschrauber im Wert von 20,5 Mio. US-Dollar. Bereits im August 1967 erreichten die ersten Cobras den Kriegsschauplatz in Vietnam.
Die AH-1G hatte ein festes Kufenlandegestell, und der Heckrotor wurde im Laufe der Produktion nach links verlegt. Detailänderungen betrafen die Bewaffnung sowie die Abschirmung der Abgasdüse.

JAH-1G

Eine AH-1G wurde in den 70er Jahren für Schussversuche mit der AGM-114 Hellfire modifiziert.

YAH-1Q

Für ausgiebige Versuche mit der TOW-Panzerabwehrlenkwaffe ließ die US-Army acht AH-1G mit den ensprechenden Systemen ausrüsten. Von Februar 1973 bis Januar 1975 führten sie nicht weniger als 347 Schusstests durch.

AH-1Q

Erstflug: 1974
Noch vor Abschluss der TOW-Tests mit den YAH-1Q gab die US Army die Umrüstung von 101 AH-1G auf den Q-Standard in Auftrag. Letztlich wurden ab 10. Januar 1975 aber nur 92 Maschinen ausgeliefert. Durch das Zusatzgewicht litten die Flugleistungen erheblich.

YAH-1R/YAH-1S

Erstflug: 1975
Um die Flugleistungen der Cobra mit TOW-Bewaffnung zu steigern, wurden Versuche mit dem 1800 shp (1341 kW) starken T53-L-703 durchgeführt. Dafür verwendete man eine umgebaute AH-1G (YAH-1R) und eine weiter modifizierte AH-1Q (YAH-1S).

AH-1S

Erstflug: 1976
In der zweiten Hälfte der 70er Jahre wurden die 92 AH-1Q sowie 198 AH-1G der US Army auf den AH-1S-Standard mit stärkerem T53-Triebwerk sowie TOW-Bewaffnung gebracht. Die Arbeiten wurden unter anderem an Dornier in Oberpfaffenhofen vergeben.

AH-1P

Erstflug: 1977
Neu gebaut: 100
Die AH-1P entspricht in etwa der AH-1S, wurde aber zwischen März 1977 und September 1978 neu gebaut. Sie sind an der neuen Cockpitverglasung zu erkennen und erhielten verbesserte Instrumentenbretter sowie neue Avionikgeräte. Ab Maschine Nr. 67 wurden zudem Hauptrotorblätter aus Verbundwerkstoffen von Kaman verwendet.

AH-1E

Erstflug: 1978
Neu gebaut: 98
Die E-Version baut auf der P-Variante auf, erhielt aber als erste einmotorige Cobra die dreiläufige 20-mm-Kanone M197 (750 Schuss). In Produktion 1978-79.

AH-1F

Erstflug: 1978
Neu gebaut: 149 + 91 als AH-1S in Japan + 148 für den Export.
Die Fertigung der AH-1F für die US Army begann 1979. Neben neuen Maschinen wurden auch 378 AH-1G entsprechend umgebaut (davon waren 41 Trainer TAH-1F). Zu den Verbesserungen der AH-1F gehören eine neue Abgasdüse, ein Infrarotstörer über der Düse, Doppler-Navigationssystem sowie ein besseres Zielsystem für die TOW-Lenkwaffe. Der Pilot erhielt ein Head-up-Display. Zahlreiche AH-1F wurden für den Export gebaut.

TAH-1F

41 der auf AH-1S-Standard gebrachten AH-1G erhielten für die Ausbildung ein Doppelsteuer.

TH-1S

Erstflug: 1985
15 AH-1S wurden von Northrop mit einigen Avionik-Komponenten der AH-64 (unter anderem Nachtsichtsystem) ausgerüstet und für das Training verwendet.

Model 249

Erstflug: 1979
Bell rüstete den YAH-1S-Prototyp mit einem Vierblattrotor des Models 212 aus, was die Leistungen erhöht. Allerdings gab es für diese Ausführung keine Abnehmer.

AH-1J SeaCobra

Erstflug: 1969
Neu gebaut: 69
Das US Marine Corps hatte zunächst einige AH-1G erhalten, bevorzugte aber eine zweimotorige Ausführung der Cobra. Deshalb wurde für die AH-1J ein PT6T-4-Doppeltriebwerk gewählt (Ähnlich UH-1N), das deutlich bessere Leistungsreserven bot. Dazu kam eine M197-Kanone.
Die erste AH-1J wurde im Oktober 1969 übergeben. Nach der Erprobung folgte der Einsatz in Vietnam ab Februar 1971.

Model 309 KingCobra

Erstflug: 1971
Neu gebaut: 2
Für den so genannten AAFSS-Wettbewerb gegen die Sikorsky S-67 baute Bell zwei Prototypen des Model 309 (ein- und zweimotorig). Beide verfügten über einen längeren Heckauleger und einen Hauptrotor mit neuen Blättern, die gepfeilte Spitzen aufwiesen. Ausserdem war die Avionikausstattug wesentlich umfangreicher als zuvor und erlaubte Nachteinsätze. Das erste Model 309 flog am 10. September 1971. Zu einer Produktion kam es nicht.

AH-1J International

Erstflug: 1974
Neu gebaut: 210
Der Iran bestellte am 21. Dezember 1971 über 200 AH-1J. Sie waren ähnlich der US-Marine-Corps-Ausführung, hatten jedoch bessere Systeme, basierend auf dem Model 309. Auch Südkorea erhielt acht AH-1J Int.

AH-1T SeaCobra

Erstflug: 1976
Neu gebaut: 57
Für den Einsatz von TOW-Panzerabwehrlenkwaffen orderte das US Marine Corps die AH-1T. Bei ihr wurden wesentliche Änderungen vorgenommen, wie ein längerer Heckausleger, ein größerer Heckrotor, stärkere Triebwerke und ein Rotorsystem von der Bell 214. Um mehr Avionik unterzubringen, wurde auch der Vorderrumpf verlängert. Insgesamt konnten so die Leistungen erheblich verbessert werden.
Die letzten beiden AH-1J wurden zu AH-1T-Prototypen umgebaut. Der Erstflug erfolgte am 20. Mai 1976.

AH-1T+

Erstflug: 1979
Eine vorhandene Cobra wurde von Bell mit zwei T700-GE-700-Triebwerken ausgerüstet, was einen enormen Sprung in der Triebwerksleistung bedeutete. Diese Version war für den Iran gedacht, wurde nach dem Sturz des Schahs aber nicht weiter verfolgt.

AH-1W SuperCobra

Erstflug: 1986
Neu gebaut: 242
1981 widersetzte sich der US Kongress dem Wunsch nach einer Marine-Version des AH-64 Apache. Stattdessen wurde die AH-1T+ T700-Triebwerken weiter entwickelt und ging als AH-1W in Serie. Zudem wurden die 43 verbliebenen AH-1T entsprechend umgerüstet. Erkennungsmerkmal der AH-1W sind die aufgedickten Rumpfverkleidungen unter dem Cockpit und große Abgasdüsen. Inzwischen wurden die Maschinen mit einem neuen Nachtsichtsystem von Tamam ausgerüstet.

AH-1W (4BW)

Erstflug: 1988
Bell rüstete die bereits als Prototyp der AH-1T+/AH-1W genutzte Maschine mit einem neuen lagerlosen Vierblattrotor aus, der höhere Geschwindigkeiten und größere Wendigkeit ermöglicht und zudem weit wartungsärmer ist. Das Testprogramm führte jedoch zu keinem Auftrag.

AH-1Z

Erstflug: 2000
Neue Version auf Basis der AH-1W mit Vierblattrotor und neuer Avionik/Sensorik sowie größerem Flügel. Das US Marine Corps will seine vorhandenen AH-1W auf diesen Standard umrüsten. Ausserdem verhandelt die Türkei über die Beschaffung einer Variante mit Radfahrwerk.

AH-1RO Dracula

AH-1W-Version für Rumänien. Kam aber wegen finanziellen und politischen Problemen nicht zu stande.

MH-1W

Bell-Vorschlag von 1998 für eine Mehrzweckversion, die sich zum Kampf gegen Drogenschmuggler eignet. Es wurden keine Abnehmer gefunden.


Home | Update | Latest Issue | GALLERY | FR Inside | Datafiles
Copyright 2001 by Motor-Presse Stuttgart. All rights reserved.
Last updated 14. February 2001
FLUG REVUE, Ubierstr. 83, 53173 Bonn, Germany